Schweden - der Südosten - Kalmar
Die geschichtsträchtige Stadt Kalmar liegt an der
Ostküste Schwedens. Von der Sonneninsel Öland ist sie durch den Kalmarsund getrennt. Sie ist
Provinzhauptstadt der Provinz Kalmar und gehört zur
historischen Provinz Småland. Kalmar ist eine kulturhistorisch sehr bedeutende Region, da in der Nähe der Stadt einerseits das älteste Haus Schwedens entdeckt wurde und andererseits hier der
Gründungsort des nordischen Staatenbundes 1397 war. Dieser Vertrag war eine Vereinbarung Norwegens, Dänemarks und Schwedens. Er hieß
„Kalmarer Union“ und hatte Bestand bis 1523. Die Region Småland ist sehr beliebt bei Wassersportlern und Anglern. Die waldreiche Seenlandschaft mit
über 30 größeren Seen sowie
zahlreichen Flüssen und die Unberührtheit der Natur garantieren Ruhe und Abgeschiedenheit. Hier lebte auch die bekannte schwedische
Schriftstellerin Astrid Lindgren. Wer den kleinen
Ort Vimmerby, der Ihr Geburtsort ist, besucht, kann den
Bauerhof Nas besichtigen. Landschaftlich sehr reizvoll ist die
Ostseeinsel, sie wird auch die
Sonneninsel genannt,
Öland. Das milde Klima im Sommer und die tollen Sandstrände ziehen viele Badegäste an. Kulturhistorisch interessant ist die Region wegen ihrer Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der
Göta Kanal.
Reiseziele Schweden der Südosten - Kalmar kurz zusammengefasst:
- Geschichte der Stadt Kalmar
Besichtigung der Stadt Kalmar
- Gamla Staden
- Stortorget
- Domkyrkan
- Kalmar Länsmuseum
- Schlachtschiff Kronan
Mehr Informationen zu den Reisezielen:
Geschichte der Stadt Kalmar
Die Stadt Kalmar ist erstmals im 12. Jh. urkundlich erwähnt. Erste Siedlungsspuren, die etwa 8000 Jahre alt sind, hat man, westlich von Kalmar, im Ort Smedby gefunden. Es ist das älteste Haus Skandinaviens.
Kalmar selbst ist auch eine der ältesten Städte Schwedens. Die Stadt war im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz. Man betrieb regen Handel mit den Hansestädten. Seine Blütezeit hatte Kalmar in der Mitte des 13. Jh.
Viele Bürger der Stadt waren aus Deutschland gekommen und siedelten in dieser Region. Die Privilegien der Kaufleute lassen vermuten, dass Schwedens Handelsgeschäfte durch die Hanse deutlich beeinflusst und gesteuert wurden. Die politischen Verhältnisse waren dabei ein wesentlicher Einflussfaktor und Voraussetzung, für das entstehen von Handelsbeziehungen. Das politische Bündnis, die Kalmarer Union, war eine Bündniserklärung Dänemarks, Norwegens und Schwedens in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Diese Union dauerte von 1397 bis 1523 und diente der Verhinderung kriegerischer Auseinandersetzungen. Sie wirkte gleichzeitig positiv auf die Entwicklung der Lebensverhältnisse in den Unionsstaaten und garantierte einen freien Handel untereinander.
Im 16. Jh. wurde die Stadt zwischenzeitlich dänisch, ab 1613 eroberten es die Schweden jedoch zurück. Nach einem großen Stadtbrand 1647 baute man die Stadt Kalmar wieder auf, jedoch an einer strategisch besseren Stelle. Man legte auf Befehl des Königs Befestigungsanlagen an, innerhalb der Stadt plante man die Straßen und Gassen karreeförmig und erhielt somit ein zeitgemäßes Stadtbild. Die damals üblichen Holzhäuser wurden durch Steinhäuser ersetzt. Leider kann man heute nicht mehr viel von den historischen Wehranlagen der Stadt Kalmar besichtigen. Der Grund ist die Aufgabe der Stadt als Befestigungsanlage. Mit der Gründung und dem Ausbau der Festungsstadt Karlskrona wurde Kalmar, das zuvor ein wichtiger Standort der schwedischen Marine war, aufgegeben. Die Befestigungsanlagen verfielen und wurden 1860 zum Teil abgerissen. Die Stadt wurde wieder frei begehbar.
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie und der einsetzenden Industrialisierung 1874 entwickelte sich die Stadt. Die Wallgräben und Festungsmauern mussten neuen Stadtteilen Platz machen. Heute ist Kalmar ein munteres, weltoffenes kleines Städtchen mit 35.000 Einwohnern. Sehenswert sind die Altstadt, das Schloss und die vielen kleinen Park der Stadt. Kalmar ist auch der Ausgangspunkt für die Fahrt zur Insel Öland. Von hier geht die ca. 6 km lange Ölandbrücke zur benachbarten Sonneninsel, die zu den beliebtesten Urlaubszielen Schwedens gehört.
Besichtigung der Stadt Kalmar
Gamla Staden
Leider sind von der Bausubstanz der Gamla Staden, aus der Zeit vor dem Großbrand im Jahr 1613, nur noch wenig übrig. Heute gehören die Stadtteile in der Nähe vom Schloss und das im 17. Jh. neu entstandene Zentrum auf der kleinen Insel Kvarnholmen (Mühleninsel) zum historischen Kern der Stadt. Sehenswert sind die rechtwinklig angelegten Straßenzüge mit den prachtvollen, barocken und klassizistischen Stadthäusern.
Stortorget
Beeindruckend erscheint der große Platz mit seinem etwas holprigen Pflaster. Er wird flankiert vom Rathaus, das 1738 erbaut wurde. Das am Stortorget angrenzende Bürgerpalais Domprostgården, aus dem 17. Jh., ist ebenfalls sehr schön und bildet gemeinsam mit dem Rathaus ein gelungenes Ensemble.
Domkyrkan
Alles überragend und ein zentraler Punkt auf dem Platz ist die 1682 geweihte barocke Domkirche. Der Baumeister Nikodemus Tessin d. Ä. entwarf die Pläne für den Bau, für deren Fertigstellung man dann noch 43 Jahre brauchte. Beeindruckend ist die Architektur des Bauwerkes. Im Inneren sind die Kanzel und der barocke Altar sehr sehenswert.
Kalmar Slott
Sehr eindrucksvoll liegt das Schloss Kalmar auf einer kleinen Insel im Südwesten von Kvarnholmen.
Eine erste Befestigungsanlage gab es um 1160 auf der kleinen Insel. Später folgte auf den Bau eines Wehrturmes die Errichtung einer umlaufenden ringförmigen Mauer.
Die heutige Form und das Aussehen erlangte das Schloss im 16.Jh. unter dem Vasa König Erik XIV.
Er ließ das Schloss im Renaissancestil errichten.
Nach einer zwischenzeitlich entfremdenden Nutzung als Schnapsbrennerei und Gefängnis, erstrahlt es heute wieder im alten Glanz, wie zu König Eriks Zeiten.
Das Schloss ist sehr empfehlenswert und man sollte sich Zeit für einen Rundgang nehmen.
Kalmar Länsmuseum
Hier erhält man einen Einblick in die frühgeschichtliche Entwicklung dieser Region und man kann sich über das Schlachtschiff Kronan informieren.
Schlachtschiff Kronan
Das legendäre Schlachtschiff Kronan ist 1676 mit ca.500 Besatzungsmitglieder und 300 Soldaten an Bord vor der Insel Öland gesunken. 40 Mann überlebten dieses Desaster. Das Schiff war eines der größten Segelschiffe des 17. Jh. neben der Vasa, die ja schon kurz nach dem Stapellauf gesunken ist.
Die Kronan hatte bei voller Bewaffnung doppelt so viele Kanonen wie die Vasa. Bei einer Länge von 54 m, einer Breite 13 m und einem Tiefgang von 6,3 m war die Kronan mit 126 Kanonen auf 3 Decks (Stockwerken) bestückt. Gesunken ist das Schiff nicht durch einen Treffer sondern durch ein riskantes Seemanöver/ Kursänderung. In den Jahren 1680 bis 1686 versuchte man das Schiff nach verwertbarem zu durchsuchen. 60 Kanonen des Schiffes hat man geborgen. Es dauerte dann noch fast 300 Jahre bis zur Erforschung der Wracks. Bei dieser Arbeit fand man dann zuerst 250 Goldmünzen und später nochmals 6.500 Silbermünzen, die das Schiff mit in die Tiefe genommen hatte. Es ist einer der größten Schätze, die vor Schwedens Küste gefunden wurden. Die gefundenen und restaurierten Überreste der Kronan sind heute im Hafen von Kalmar zu besichtigen. Man plant den Bau eines Museums für das Schiff.
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