Fluggastrechte

Entschädigungsansprüche von Fluggästen in der EU

Flugausfälle in der EU

Die Wartehalle ist voll, und das schon viel zu lange. Die Menschen werden ungeduldig. Der Grund: Draußen tobt ein Sturm. Deshalb kann das Flugzeug nicht landen. Wie lang das noch so geht? Das weiß niemand. Also wird sicherheitshalber schon mal ein Hotelzimmer für die Nacht gebucht.
Ob Streik, Unwetter oder technische Probleme - immer wieder müssen Fluggäste in der EU Stunden auf ihren Flug warten, wenn er nicht sogar ganz ausfällt. Doch wer kommt für die Umstände und die dadurch oft entstehenden Kosten auf?

Pflichten der Airlines

Laut Luftfahrtbundesamt (www.lba.de) sind Airlines ihren Gästen gegenüber zu Entschädigungsleistungen verpflichtet:

- Wenn Fluggesellschaften an den Umständen der Verspätung oder Annullierung des Fluges selber Schuld tragen (z. B. durch technische Defekte)
- Wenn die Airline den Fluggast nicht innerhalb von 14 Tagen vor Beginn des Fluges über die
Flugänderungen informiert hat

Der dem Fluggast zustehende Entschädigungsbetrag beläuft sich zwischen 250 und 600 Euro, der Länge der Flugstrecke entsprechend. Ab drei Stunden Verspätung gilt ein Recht auf Zahlungen. Einen Rechner für Entschädigungen gibt es bei Flightright.de. Dabei ist zu beachten, dass sich dieses Recht nur auf Flüge von Europa bzw. auf Airlines in der EU auswirkt.
Ist die Airline nicht in die Umstände der Flugänderungen involviert, bei Streiks oder Wetterchaos, haben die Fluggäste trotzdem einen Anspruch auf Verpflegung und eine Rückerstattung des Flugtickets, sowie in Notfallsituationen auch auf eine Hotelunterkunft.

Bedingungen für Fluggäste

Natürlich muss auch der Fluggast gewisse Bedingungen erfüllen, um an seine Entschädigung zu gelangen. In Deutschland muss er den Anspruch darauf spätestens drei Jahre nach der Annullierung oder Verspätung geltend machen - und dem wird nur nachgegangen, wenn der Fluggast nachgewiesenermaßen pünktlich am Check-in war.

Wie kommt der Fluggast an seine Entschädigung?

Erst einmal sollte der Fluggast selbst prüfen, ob er einen Anspruch auf eine Entschädigungsleistung nach der Fluggastrechteverordnung hat. Ist dies der Fall, so sollte er die Fluggesellschaft anschreiben, die Situation der Verspätung oder Annullierung beschreiben und eine Entschädigung fordern. Leider kann der Fall eintreten, dass die Airline nicht antwortet oder Ausreden erfindet. In diesem Fall muss nicht sofort der Anwalt eingeschaltet werden. Folgende Dienstleister helfen beim durchsetzten ihrer Flugrechte:

- Flightrigtht
- EU-Claim
- refund.me

Flugnummer und Datum werden auf ihren Websites in einen Entschädigungsrechner eingeben. Kostenlos rechnet dieser die mögliche Entschädigungssumme aus.
Der Dienstleister übernimmt das Kostenrisiko bei einem Auftrag zur Einforderung der Entschädigungssumme und verlangt bei Erfolg einen geringen Prozentsatz der Entschädigung. Erreicht er das nicht, fallen für den Kunden keine Kosten an.
Im Notfall schaltet er seine im Flugrecht erfahrenen Anwälte ein. Dabei verbuchen diese nach eigenen Angaben eine Erfolgsquote von 97%.

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