Reiseziel Estland
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Estland – der Osten – Tartu

Tartu ist das geistige Zentrum Estlands. Die Stadt mit ihren über 100 000 Einwohnern liegt im Osten des Landes, sie ist die zweitgrößte Stadt Estlands. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Südestlands. Als Universitätsstadt besitzt sie seit Jahrhunderten einen exzellenten Ruf im In- und Ausland. Es war der schwedische König Gustav II. Adolf, der die Universität im Jahr 1632 gründete. Unter polnischer Herrschaft war sie zuvor,von 1583 an, ein Jesuitengymnasium. Heute werden an der Universität Dorpart / Tartu jährlich etwa 19 000 Studenten ausgebildet. Tartu ist eine lebendige Stadt. Neben der Bildung kommt auch die Kultur in der Stadt nicht zu kurz. Von Tallinn aus sind es etwa 200 km bis Tartu. Beide Städte verbindet die Hauptverkehrsader Nr. 2 miteinander. Für die Strecke benötigt man im Normalfall etwa 2 Stunden Fahrzeit. Wer von Tallinn nach Tartu reist, wird an die Landschaft in Finnland erinnert. Es ist leicht hügelig, wald- und wasserreich und dünn besiedelt. Durch Tartu fließt der Emajògi. Er ist sehr wasserreich und fließt in den Peipussee, der nur ca. 30 km östlich der Stadt liegt. Der zweitgrößte See Estlands, der Võrtsjärv liegt ungefähr 30 km westlich von Tartu und ist ein beliebtes Ausflugsziel für die in- und ausländischen Touristen.

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Reiseziele Estland – der Osten – Tartu kurz zusammengefasst:

- Domhügel, Toomemägi
- Pulverkeller
- Engelsbrücke
- Teufelsbrücke
- Überreste der Domkirche
- Sternwarte, Observatorium auf dem Domhügel
- Altes Anatomikum
- Rathausplatz
- Rathaus
- Universität
- Johanneskirche
- Botanischer Garten
- Uspenski Kirche
- Neue Universitätsbibliothek
- Theater Vanemuine
- Paulskirche
- Stadtmuseum
- Museum für Estnische Volkskunde

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Geschichte der Stadt Tartu

Eine erste geschichtliche Bedeutung erlangte die Siedlung Jurjew, unter dem Kiewer Fürsten Jaroslaw dem Weisen. Er lies um 1030 eine Festung erbauen. Im 13. Jh. unterwarfen die Ordensritter das Gebiet bis an den Peipussee. Mit den Kreuzrittern kam auch der Katholizismus und auf heidnischen Opferstätten wurden Kirchen errichtet. So entstand auch die Domkirche von Tartu. Seit dem Jahr 1224 ist das damalige Jurjew in der Hand der Kreuzritter und sie nannten die Festung und die Siedlung seit jener Zeit Dorpat.  Auf Grund der guten strategischen Lage entwickelte sich der Ort zu einem blühenden Handelszentrum zwischen der Ostsee im Westen und den Gebieten im Osten, zu den Handelszentren Nowgorod, Kiew und Moskau. Um 1280 wurde Dopart dann ein Mitglied der Hanse und entwickelte sich zu einer bedeutenden und reichen Stadt. Nach Riga war sie im 13. Jh. die zweitgrößte, bedeutendste und auch reichste Handelsmetropole in  Livland. Die Bürger der Stadt waren sich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung bewusst und sorgen für ihre Sicherheit. So entstand eine über zwei km lange Stadtmauer mit 27 Wehrtürmen und fünf Stadttoren, die den notwendigen Schutz garantierten sollte. Während des Livländischen Krieges 1558- 1583 eroberten die zaristischen Truppen die Stadt und seit 1582 wurde Dopart an das polnische Königreich abgetreten. Zwischen dem Ersten und Zweiten Nordischen Krieg übten die Schweden die Macht in Südestland aus. Um 1625 begann eine Phase der geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. 1632 wurde  dann die „Academia Gustaviana Dorpatensis“ gegründet. Wegen der Kriegsgefahr zwischen Schweden und Russland verlegte man den Sitz der Universität 1699 nach Pärnu. Mit dem Sieg der russischen Truppen im Großen Nordischen Krieg 1700- 1721 wurde Tartu fast völlig zerstört und gehörte fortan zu Russland. Heute ist das Stadtbild durch klassizistische Stilelemente geprägt. Der Grund hierfür war ein Großbrand im Jahr 1775, in dessen Ergebnis der Bau von Holzhäusern verboten wurde. Im Jahr 1802 wurde die Universität ein zweites Mal durch den russischen Zaren Alexander I. gegründet und sie wurde zum Zentrum der baltischen Wissenschaft und zugleich ein politisches Zentrum des estnischen Nationalismus. Der Freiheitskampf Estlands für Selbstbestimmung und nationale Unabhängigkeit gelang jedoch erst im Ergebnis des Ersten Weltkrieges im Friedensvertrag von Tartu 1920. Die nationale  Unabhängigkeit dauerte jedoch nur bis zum Einmarsch der Sowjet- Truppen unter Stalin 1940. Während des Zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1944 herrschten die Deutschen in unrühmlicher Form über das Land. Das Land und die Stadt Tartu erlitten schwere Schäden durch Luftangriffe und viel tausend Menschen, vor allem Juden, fielen dem Krieg zum Opfer. Nach Ende des Krieges wurde die Stadt unter sowjetischer Besatzung wieder aufgebaut. Das kulturelle Leben war stark reglementiert und erst mit der Unabhängigkeit Estlands 1991 konnten sich die Stadt und das Land frei entfalten.

Sehenswürdigkeiten der Stadt Tartu

Domhügel Toomemägi

Am rechten Flussufer des Emajògi erheben sich in Mitten der Stadt die beiden Burghügel von Tartu. Vom Rathaus und der benachbarten Universität führt eine steile Straße hinauf, die vorbei an der Engelsbrücke und Teufelsbrücke auf die Hügel führt. Schon um 1030 befand sich auf dem Domberg ein estnische Burg, die im 13. Jh. durch einen Bischofsburg und eine Domkirche ersetzt wurde. Heute sind von den mittelalterlichen Bauten nur noch Überreste zu sehen. Nachdem das Gelände des Burgberges an die Universität ging, sind hier ein Park und verschiedene Gebäude der Universität erbaut worden.

Pulverkeller

Auf dem Weg zum Burgberg, erblickt man linker Hand den 1778 erbauten Pulverkeller. Er ist in den Hang der Berges gegraben.

Engelsbrücke

Die Brücke verbindet beide Hügel des Domberges miteinander. Es ist eine Holzbrücke, die 1838 errichtet wurde.

Teufelsbrücke

Erbaut hat man sie zur Dreihundertjahrfeier der Romanows, der russischen Zarendynastie. Über den Namen der Brücke ist man uneins, denn ob der Name in Erinnerung an den damaligen Rektor Mannteuffel oder sogar an den Zaren Nikolaus gegeben wurde, ist unklar. Die Brücke trägt klassizistische Baumerkmale und wurde 1913 erbaut.

Überreste der Domkirche

Erbaut wurde die Domkirche im 13. Jahrhundert. Heute deuten die Ruinen auf eine fünfschiffige Basilika hin. An den Überresten sind noch romanische und gotische Stilelemente zu erkennen. Das Gotteshaus wurde im Ersten Nordischen Krieg (Livländischen Krieg) zerstört. Es war die Zeit um 1558- 1583. Der frühere Chorraum ist seit 1806 eine Bibliothek der Universität. Heute dienen die Räume dem Historischen Museum der Universität.

Sternwarte, Observatorium auf dem Domberg

Dieses lang gestreckte Gebäude mit Turm in der Mitte, für das Teleskop, steht auf der linken Seite des Burgberges. Über eine der beiden Brücken erreicht man das 1805 erbaute Gebäude. Die Sternwarte befindet sich seit 1810 auf dem höchsten Punkt des Berges.

Altes Anatomikum

Nur wenige Schritte vom Observatorium entfernt, in südwestlicher Richtung, liegt das halbkreisförmige, historische Anatonikum. Es wurde in den Jahren 1803 bis 1805 erbaut. Das Gebäude zählt mit zu den ältesten der Universität. Im Vorlesungssaal fanden die Anatomie- Vorlesungen statt. Heute ist das Gebäude ein historisches Medizinmuseum.

Rathausplatz

Unterhalb des Burghügels liegt der Rathausplatz, er ist zugleich das Zentrum der Altstadt von Tartu.
Der zum Fluss großzügig angelegte Rathausplatz hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert. Er wurde jedoch in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach umgestaltet. Im Mittelalter war der Platz das Zentrum des Handels und um den Platz herum befanden sich einige öffentliche Gebäude, wie das Eichamt/ Waage, das Münzhaus und die Apotheke. Nachdem ein Großbrand 1775 fast die ganze Stadt vernichtete, wurden nur noch Steinbauten zugelassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt stark zerstört. Die Häuser im Bereich der Nordseite des Platzes sind noch im Original erhalten geblieben. Alle anderen wurden nach dem Krieg neu aufgebaut. Zu den sehenswerten Gebäuden zählt das alte Universitätsgebäude, das Haus des Rathausbaumeisters und das schiefe Haus (Barclay- Haus). Letzteres beherbergt heute ein Kunstmuseum. Den Abschluss des Platzes zum Flussufer bildet das Bankgebäude aus dem Jahr 1897 auf der rechten Seite. Vom Flussufer führt dann eine Fußgängerbrücke auf die andere Uferseite. Die Originalbrücke aus dem Jahr 1784 wurde zum Kriegsende gesprengt und ist nach 1941durch eine Neue ersetzt worden.

Rathaus

An der Westseite des Platzes steht das nach dem Stadtbrand von 1775 neu erbaute Rathaus. Es wurde im frühklassizistischen Stil vom Rostocker Baumeister J.H.B. Walther geschaffen. Im Untergeschoss des Hauses befanden sich die Stadtwaage und ein Gefängnis.

Universität

Nördlich des Rathauses in der Ülikooli liegt das Hauptgebäude der Universität Dopart/ Tartu.
Es wurde 1632 von König Gustav II. Adolf von Schweden gestiftet. Aber schon 1699 verlegte man die Universität nach Pärnu. Die Verlegung geschah wegen der Kriegsgefahr zwischen Schweden und Russland. Der Krieg brach dann im Jahr 1700 aus und 1721 war das ganze Baltikum unter russischer Vorherrschaft. Später war es dann Zar Alexander I., der die Universität 1802 ein zweites Mal gründete.
Um 1809 waren dann die Bauarbeiten an dem Universitätsgebäude vollendet. Beide Seitenflügel und die Universitätskirche stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Innere des Gebäudekomplexes ist sehr sehenswert. Im Südflügel des Gebäudes ist heute das Kunstmuseum der Universität untergebracht.

Johanneskirche

Folgt man der Straße weiter, entlang des Universitätsgebäudes, dann steht rechter Hand die Johanneskirche. Sie ist die älteste Kirche in der Unterstadt und wurde zu Beginn des 14. Jh. erbaut. Die dreischiffige Basilika wurde bis zu heutigen Zeit mehrfach erneuert, da die Kriege sie immer stark beschädigten. Ständige Restaurierungsarbeiten erlauben nur bedingt einen Besuch des Gotteshauses. Sehenswert sind die vielen Skulpturen vor allem im Bereich des Ziergiebels im Westportal.

Botanischer Garten

Nordöstlich der Johanneskirche, direkt am Ufer des Emajògi befindet sich der botanische Garten. Den Besucher erwarten viele seltene einheimische und exotische Pflanzen. Sehr schön ist die Blütenpracht im Frühjahr. Neben den vielen Pflanzen gibt es auch einige Denkmäler berühmter Persönlichkeiten im Garten zu sehen.

Uspenski Kirche

Im Nordwesten der Altstadt, in der Nähe des Botanischen Gartens, findet man die russisch- orthodoxe Uspenski Kirche. Sie wurde 1781 im Stil des russischen Frühklassizismus erbaut.

Stadtmauer

In gleicher Richtung wie zur Uspenski Kirche gelangt man auch zu einem historischen Überrest der einstigen Stadtmauer, die früher einmal eine Länge von über 2 km hatte und die ganze Stadt umschlossen hielt.

Barclayplatz

In südlicher Richtung vom Rathausplatz liegt der Barclayplatz. Er trägt den Namen des berühmten Feldmarschalls Barclay de Tolly, der während des Napoleonfeldzuges die zaristischen Truppen bis nach Paris führte. Eine Büste in der Mitte des Platzes ist in Gedenken an ihn hier aufgestellt.

Neue Universitätsbibliothek

Südlich des Domberges und außerhalb des Burggrabens und der ehemaliger Stadtmauer liegt die 1980 neu erbaute Bibliothek. Heute werden in dieser Bibliothek über 5 Millionen der unterschiedlichsten Literaturwerke aufbewahrt. Am Ende der Straße trifft man noch auf das älteste Denkmal der Stadt. Es ist das Völkerdenkmal aus dem Jahr 1811.

Theater Vanemuine

Nur wenige Gehminuten von der neuen Universitätsbibliothek in südöstlicher Richtung liegt das Theater Vanemuine, das 1971 anstelle des im Zweiten Weltkrieg vernichteten Theaters neu entstanden ist. In der Nähe befindet sich auch der historische Ort, wo der Friedensvertrag zwischen Russland und Estland 1920 unterzeichnet wurde. Nur noch ein paar Schritte weiter liegt das Literaturmuseum und das Zoologische Museum der Universität.

Paulskirche

Noch weiter südlich vom Literaturmuseum erhebt sich der Bau, der im Jugendstil gestalteten Paulskirche. Erbaut wurde sie in der Zeit von 1915- 1919 von dem finnischen Baumeister Eliel Saarinen.

Stadtmuseum

Westlich des Domberges, in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, liegt das Stadtmuseum. Es gibt einen historischen Einblick in die Kultur und Lebensart der Menschen dieser Stadt.

Museum für Estnische Volkskunde

Auch dieses Museum liegt in der Nähe zum Domberg. Es vermittelt einen Einblick in die Geschichte estnischer Volkskunst und des Kunsthandwerks.

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Praktische Tipps Estland:

Einreise nach Estland

Für die Einreise nach Estland, für einen Zeitraum bis zu 3 Monaten, benötigt man als EU Bürger einen gültigen Personalausweis. Personen, die das 16.Lebensjahr noch nicht vollendet haben, benötigen einen Kinderausweis mit Lichtbild. Ein Eintrag im Reisepass der Eltern oder eines Elternteiles ist nicht ausreichend.
Alle Personaldokumente müssen bei der Ausreise noch 3 Monate gültig sein. Für Reisende aus Nicht- EU Staaten gelten gesonderte Regelungen. Weiter Informationen erhalten Sie unter www.auswaertiges-amt.de für die deutsche Staatsangehörigkeit, www.eda.admin.ch für die Schweizer Staatsangehörigkeit und www.bmaa.gv.at für die österreichische Staatsangehörigkeit. Da alle drei baltischen Staaten, Litauen, Lettland und Estland, seit 2007 als Schengener Staaten gelten, gibt es für EU Bürger seit 2007 keine generellen Passkontrollen mehr.

Zollbestimmungen - Einreise nach Estland

Bei der privaten Einreise von EU Bürgern nach Estland dürfen Waren, die zum eigenen Verbrauch bestimmt sind, begrenzt mitgeführt werden. Für die Abgrenzung zwischen privat und geschäftlich gelten folgende Richtsatzmengen. 800 Zigaretten oder 400 Zigarillos oder 200 Zigarren oder 1 kg Tabak, 10l Alkohol, 20l Zwischenerzeugnisse, 90l Wein davon max. 60l Schaumwein, 110l Bier können zollfrei eingeführt werden. Sollten Sie Fragen haben, dann informieren Sie sich unter www.auswaertiges-amt.de für die deutsche Staatsangehörigkeit, www.eda.admin.ch für die Schweizer Staatsangehörigkeit und www.bmaa.gv.at für die österreichische Staatsangehörigkeit. Für Nicht- EU- Bürger gelten geringere Freimengen.

Rückreise aus Estland

Bei der Rückreise nach Deutschland oder einem der EU - Staaten können die gleichen Mengen wie bei der Ausreise zollfrei eingeführt werden. Die Freigrenze liegt bei 300 Euro pro Person. Bitte erkundigen Sie sich vor der Rückreise über die aktuellen Zollbestimmungen oder informieren Sie sich unter www.zoll.de unter dem Stichwort Reisefreigrenzen oder abgabefreie Einfuhr. Die Altersgrenze für Antiquitäten ist in Estland auf 50 Jahre festgelegt. Sind die Waren älter, so muss man Ausfuhrzoll bezahlen. Für die gemachten Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

Auto

Für die Fahrt nach Estland oder für das Führen eines Autos in diesem Land benötigen Sie den nationalen oder international gültigen Führerschein, den Fahrzeugschein im Original und die Grüne Versicherungskarte. Für Estland wird der internationale Führerschein empfohlen. Eine Vollkasko- und Insassenunfallversicherung ist ebenfalls zu empfehlen.
Wer mit dem eigenen Auto anreist, der sollte die Grenzübergänge zwischen Polen und Litauen nutzen, um unnötige Aufenthalte, Grenzkontrollen und zusätzliche Visa- Gebühren für Weißrussland oder das Kaliningrader Gebiet zu vermeiden. Empfohlen werden die polnisch- litauischen Grenzübergänge Kalvaria (Via Baltica E 67) und der südlich gelegene Übergang Lazdijai. Der Letztere erspart Wartezeiten, da er nur für PKW’ s ist. Wer in Litauen Straßen der A1 bis A18 benutzt und Kleinbusse mit mehr als 8 Insassen führt, ist mautpflichtig. Die Straßenbenutzung in Estland ist gebührenfrei.

Tipp:

Zur Verhinderung von Diebstählen sollten Sie ihr Fahrzeug nur auf bewachten Parkplätzen abstellen. Schließen Sie neben einer Kaskoversicherung auch eine Diebstahlsversicherung für den Inhalt des Fahrzeuges ab. Viele Versicherer machen auch länderspezifische Versicherungseinschränkungen, die man ausschließen sollte.
In Estland gibt es eine 0,0 Promille Grenze für das Führen von Fahrzeugen. Es werden verstärkte Kontrollen durchgeführt. Von Dezember bis Ende März besteht Winterreifenpflicht, Spikereifen sind erlaubt. Während des ganzen Jahres ist ganztägig mit Abblendlicht zu fahren.
Innerhalb der Ortschaften darf man max. 50 km/h, außerhalb geschlossener Ortschaften 90 km/h fahren. Vorsicht, die Straßen sind möglicherweise nur ausreichend befahrbar.

Bus in Estland

Mit internationalen Busunternehmen kann man von jeder größeren Stadt der EU - Staaten das ganze Jahr über bis nach Estland reisen. Dabei werden die Hauptstadt Tallinn und Tartu und Valga als größere Städte angefahren. Die internationalen Busverbindungen werden nicht täglich angeboten. Weitere Informationen erhält man bei Eurolines und Ecolines.
Zwischen den baltischen Staaten verkehren zwischen den Hauptstädten Vilnius, Riga und Tallinn preiswerte und regelmäßige Busverbindungen. Sie sollten bei Reisen den Bus an Stelle der Bahn bevorzugen. Besorgen Sie sich die Fahrkarten und Platzreservierung für die Busse rechtzeitig. Wer Estland, Lettland und Tallinn bereisen möchte, der sollte nur das Busticket von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus bis Vilnius lösen, da die Busverbindungen innerhalb der baltischen Staaten meist preisgünstiger sind.

Bahn

Verschiedene Bahnverbindungen wurden wegen der unterschiedlichen Spurweite eingestellt. So auch von Warschau nach Vilnius und weiter bis Riga und Tallinn. Als Ersatz ist hier ein Busverkehr von Warschau nach Vilnius (Fernbus) eingerichtet worden. Man hat dann „nur“ 15 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof bis zum Zentralbusbahnhof zu absolvieren. Dazu hat man noch die Möglichkeit der Anreise über Minsk (Weißrussland) oder nur mit dem Zug von Berlin Lichtenberg bis Warschau über Sestokai, mit zweimaligem umsteigen. Alternativ zur Bahn wird in den drei baltischen Staaten auch der Busverkehr verstärkt ausgebaut, da das Schienennetz sehr veraltert ist.

Flugzeug nach Estland

Alle baltischen Staaten werden das ganze Jahr über von vielen Charterfluggesellschaften angeflogen. Preiswerte Flüge und Hotelunterkünfte können Sie auf dieser Seite direkt online buchen. Estland verfügt über fünf Flughäfen. Es sind die Flughäfen in Tallinn, Pärnu und Tartu auf dem Festland und die Flughäfen Kuressaare auf der Insel Saaremaa sowie in Kärdla auf der Insel Hiiumaa. Ob ein Direktflug zu diesen Flugplätzen möglich ist hängt von der Fluggesellschaft und der Jahreszeit ab.

mit dem Schiff nach Estland

Ob mit eigenem oder ohne Fahrzeug, beliebt ist die Anreise mit der Fähre. Von folgenden Häfen der Ostsee, bestehen Fährverbindungen.
von Rostock über Helsinki nach Tallinn (Estland), Reisedauer 26,5 Stunden.
von Lübeck nach Riga(Lettland), Reisedauer 32 Stunden.
von Rostock nach Ventspils(Lettland), Reisedauer 26 Stunden.
von Kiel nach Klaipeda (Litauen), Reisedauer 22 Stunden.
von Mukran (Insel Rügen) nach Klaipeda (Litauen), Reisedauer 19 Stunden.
Bei der Buchung von Tickets gilt, wer früh bucht, der zahlt weniger.

Mietwagen in Estland

In allen größeren Orten und an den Flughäfen sind die renommierten, internationalen Autovermieter ansässig. Das Mieten eines Fahrzeuges sollte man schon von zu Hause erledigen, da es preiswerter ist als im Reiseland. Sollten Sie eine Rundreise durch die baltischen Republiken beabsichtigen, muss das mit der Mietwagenfirma abgeklärt sein. Ob PKW, Wohnwagen oder Reisemobil, alles kann gemietet werden. Für Motorradfahrer gilt generell Helmpflicht. Prüfen Sie vor Übernahme die Fahrtüchtigkeit und Vollständigkeit des Fahrzeuges und dokumentieren Sie alle Mängel. Besser, Sie haben einen Mietvertrag, der Sie von Regresszahlungen freistellt. (Vollkasko ohne Selbstbeteiligung).

Taxi in Estland

Mit dem Taxi fahren ist in Estland nicht teuer. Achten Sie zu Beginn der Fahrt, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Bei Tagesfahrten mit dem Taxi sollte man den Komplettpreis für Fahrt- und Wartezeit aushandeln.

Banken und Geld

Die Öffnungszeiten der Banken sind Mo-Fr. 9.00 bis 16.00 Uhr. In den größeren Städten und in kleineren Orten existieren Bankautomaten, an denen man mit der EC- oder Kreditkarte Bargeld abheben kann. Die Geldautomaten haben einen internationalen Standard und man kann mit ihnen in Englisch oder Deutsch kommunizieren. In vielen Geschäften, Reisebüros, Hotels und Restaurants wird die Zahlung mit Kreditkarte akzeptiert. Weiterhin gibt es viele Wechselstuben, in denen man zu offiziellen Kursen tauschen kann.
Die Währung in Estland ist die Estnische Krone (EEK) oder auch EKr. Der Kurs ist 100 EEK = 6,30 Euro dabei ist 1 Euro = 16 EEK
1 EEK entsprechen 100 Sents.

Telefon, Notrufe

Internationale Vorwahlen
nach Estland 00372 weiter ohne 0 vor der Ortsvorwahl.
von Estland nach Deutschland 0049, Österreich 0043, in die Schweiz 0041
Feuerwehr 112
Polizei 110
Ambulanz /Notarzt 112
Telefonkarten werden in Kiosken, Postämtern, Tankstellen und Tabakläden verkauft. Die öffentlichen Telefonzellen funktionieren mit Telefonkarte oder sogar mit Kreditkarte.
Ihre Mobilfunkanbieter informieren Sie über den günstigsten Tarif
Deutsche Botschaft in Tallinn, Tel. 6275300 Fax.6275304
Österreichische Botschaft in Tallinn in Notfällen, Tel. 6278740
Botschaft der Schweizer Eidgenossenschaft für Finnland und Estland in Helsinki Tel. 01046 9 649422
Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Krankenversicherung

Bei dringender medizinischer Behandlung gilt die Europäische Krankenversicherungskarte bzw. eine Ersatzbescheinigung ihrer Krankenkasse. Unabhängig von dieser Regelung wird empfohlen, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die die Privatarzt- Behandlung und den Rücktransport ins Heimatland absichert.
Bei längeren Aufenthalten in Estland wird eine Hepatitis A und B Impfung sowie eine Impfung gegen Tollwut empfohlen. Bitte konsultieren Sie einen Arzt.
Alle Angaben sind ohne Gewähr

Internet

Viele touristische Unternehmen haben neben der englischen auch noch eine deutsche Website.
Wer im Internet surfen oder kommunizieren will, der findet in vielen Ferienorten Internetcafés. Die meisten Hotels bieten ebenfalls diese Möglichkeit an.

Post

Die Öffnungszeiten sind Mo.-Fr. von 7.00 bis 19.00 Uhr. Die Postgebühren sind aktuell zu erfragen. Die Briefmarken der baltischen Staaten sind beliebte Sammlerobjekte.

Strom

Die Netzspannung beträgt 230 V bei 50 Hz, wie in Deutschland. Die Steckdosen entsprechen der EU- Norm für Flachstecker. Für Schukosteckdosen benötigt man eventuell einen Adapter.