Schon im 5. Jh. waren es die Wikinger, die im Gebiet um Næstved und dem heutigen Stadtgebiet siedelten. Archäologische Funde von Scherben und Asche deuten auf die frühe Besiedlung hin. Im frühen Mittelalter entwickelte sich die einstige frühe Wikingersiedlung zu einer größeren Stadt, die durch Handel und Handwerk zusehends an Bedeutung gewann. Zu Beginn des 12. Jh.s gab es zu beiden Seiten des Flusses Suså Stadtteile. Am linken Flussufer lebten die Händler und Handwerker und diesen Stadtteil nannte man Store Næstved (heutige Altstadt). Auf der gegenüberliegenden rechten Uferseite befand sich der Stadtteil Lille Næstved, hier lebten der Adel und die Großgrundbesitzer. Im 12. Jh. besaß die Stadt eine Vielzahl von Herrschern, die alle Abgaben erhoben, da die Stadt reich und das Gebiet um die Stadt sehr fruchtbar war. Neben dem Adel erhoben die Kirche und der König Steuern. Zum Ende des 12. und im 13. Jh.s ging die Stadt an den Benediktinerorden über. Bis 1280 war der Bürgermeister der Stadt auch der Abt des Benediktinerklosters. Danach bildete sich der Stadtrat und die Stadtrechte sowie das Stadtwappen entstanden. Im 14. Jh. übten die Holsteiner Grafen die Macht über Næstved aus. Ihr Sitz war die Burg Husvolden, die sich am südlichen Stadtrand befand. Unter dem Einfluss der Holsteiner wurden auch die Handelsbeziehungen zur Hanse verstärkt, die zu Reichtum und Macht verhalfen. Die Blütezeit der Stadt Næstved lag im 15. und 16. Jahrhundert. Das darauf folgende 17. und auch das 18. Jh. waren durch Kriege und Missernten geprägt. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jh. und dem Wandel von der Agrar – zur Industriegesellschaft gab es einen bedeutenden Aufschwung in allen Sphären der gesellschaftlichen Entwicklung. Dänemark zählte zu den Königreichen, die sehr spät (1849) grundlegende Gesetze zur freien Entwicklung der Wirtschaft und der Gewerbefreiheit in Kraft gesetzt haben. Erst diese Voraussetzungen schafften die Grundlage für die sprunghafte Entwicklung im Verkehrswesen und der Industrie. Heute ist die Stadt Næstved eine aufstrebende Metropole der Papier – und Elektronikindustrie, des Handels und des Tourismus.

