Auf der Suche nach Macht und Geld ließ der Dänenkönig Erik von Pommern um 1425 die Burg Krog, an der engsten Stelle des Øresunds, durch eine neue und größere Sperrfestung ersetzen. Ziel war es die Durchfahrt durch den Øresund mit einem Zoll zu belegen. Wer dieser Forderung nicht nachkam, wurde festgesetzt und durfte erst nach der Zollentrichtung weiterfahren. Viele Schiffe liefen den Hafen vonHelsingør an und nahmen Proviant und Trinkwasser an Bord. Ein gutes Geschäft für die Kaufleute der Stadt. So wandelte sich das zuvor durch Fischfang bekannte Dorf zum Handelsplatz und zur städtischen Siedlung. Nach der Fertigstellung der Festung Kogen, wie sie später hieß, wurde der Zoll ab 1429 bei Durchquerung des Øresunds erhoben. Um 1574 war es der dänische König Friedrich II., der die Festung erweitern und im Stil der Renaissance neu gestalteten lies. Ab 1577 wurde die Festung auf königlichen Befehl in Festung „Kronborg“ umbenannt. Die Umbauarbeiten dauerten noch bis zum Jahr 1585, obwohl das Schloss schon 1582 eingeweiht und offiziell zum königlichen Wohnsitz ernannt wurde. Ein Großbrand im Jahr 1629 vernichtete die Festung fast völlig. Es war nur die Schlosskapelle, die verschont blieb. Der Dänenkönig Christian IV. lies das Schloss bis 1639 wieder aufbauen. 1658 eroberten die Schweden während des zweiten Nordischen Krieges die Festung. Kronborg blieb bis 1660 durch die Schweden besetzt. In der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurde die Festung ein weiteres Mal bautechnisch verändert. Zusätzliche Wälle wurden aufgeschüttet, so dass eine der mächtigsten Festungen jener Zeit in der Region entstand. Lange Zeit galt Kronborg uneinnehmbar, ein Umstand den man nutzte, in den Mauern ein Gefängnis unterzubringen. Von der ersten Hälfte des 18. Jh.s bis Mitte des 19. Jh.s war Kronborg eine Haftanstalt. Von 1785 bis 1922 nutzte man die Festung als Kaserne.
Seit dem Jahr 2000 gehört Schloss Kronborg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Schloss Kronborg ist aber auch von literarischer und kultureller Bedeutung. Man nennt es auch „Hamletschloss“. Historisch betrachte, ist Hamlet ein jütländischer Prinz, der auf einer Insel namens „Mors“ lebte. Der Dichter Shakespeare wählte als Ort der Tragödie des Dramas „Hamlet“ das Schloss Kronborg in Helsingør (Elsinore). Im Jahr 1816 wurde der „Hamlet“ erstmals in der Festung Kronborg gespielt. In den folgenden Jahren wurden immer wieder Theateraufführungen in den istorischen Mauern durchgeführt. Auch heute gehört es zur Tradition, diese Hamletaufführungen auf der Burg zu zeigen.

