Ungarn – der Norden – Visegrád
Von allen Städten, die am Donauknie liegen, ist die Kleinstadt Visegrád die am schönsten gelegene. Sie erstreckt sich an einem Flussbogen Eingangs des Donauknies, etwa 16 km von Vác entfernt und 28 km nördlich von Budapest. Visegrád liegt im Gegensatz zu Vác am linken Donauufer. Plintenburg, wie Visegrád früher hieß, ist eine sehr alte und geschichtsträchtige Stadt. Sie besitzt eine Ruine eines Königpalastes und eine Zitadelle, zwei sehr beliebte Ausflugsziele bei den Touristen.
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Reiseziele Ungarn – der Norden – Visegrád kurz zusammengefasst:
- Geschichte von Visegrád
Sehenswürdigkeiten von Visegrád
- Untere Burg
- Terrassenpalast / König – Matthias - Palast
- Ehrenhof
- Hofkapelle
- Löwenbrunnen und Bad
- Obere Burg
Tipp/ Wanderung
- Piliser Parkwald
Mehr Informationen zu den Reisezielen:
Geschichte von Visegrád
Etwa im 4. Jh. errichteten die Römer ein Militärlager auf dem Sibrik- Hügel. Von hier aus hatte man einen guten Überblick auf den Fluss und die Uferbereiche. Noch heute erinnern die Überreste eines Wachturmes, den man rekonstruiert hat, daran. Er steht in der Nähe der Fö utca. Nach dem sich die Römer aus diesem Gebiet zurückzogen, wurden die Slawen im 9. Jh. hier ansässig. Sie gaben auch der Stadt den Namen Visegrád. Er bedeutet im übertragenen Sinne „hohe Festung“. Nach der Eroberung Visegráds durch die Mongolen um 1241 wurde auch das umliegende Gebiet erobert. Im Kampf gegen die Eroberer ließ der ungarische König Bela IV. das Land an strategisch wichtigen Orten mit Burgen befestigen. Aus dieser Zeit stammt eine Unterburg, in deren Mittelpunkt ein Wohnturm (Salomonturm) stand. Zwischen Unterburg und der mächtigen Oberburg gab es eine Verbindungsmauer. Glanz und Bedeutung erlangte Visegrád unter Karl I. von Anjou. Er verlegte seinen Hof und die Residenz um 1316 in die Stadt. Unter Karl dem I. und seinem Sohn Ludwig, der um 1370 zum polnischen König ernannt wurde, war die Burg auch der Ort zur Aufbewahrung der polnischen Kronjuwelen. Während dieser Epoche erbaute man den königlichen Palast am Hang des Burghügels. Später verlegte Ludwig die Residenz wieder nach Buda. Der Königspalast wurde während dieser Zeit zum Sommersitz und verlor an Bedeutung. In der zweiten Hälfte des 15. Jh.s war es König Matthias I. der den Königpalast ein zweites Mal zur Residenz wählte. Während dieser Zeit war Visegrád ein Kulturzentrum der Frührenaissance in Ungarn. Nach dem Ende der Herrschaft geriet die Stadt in Vergessenheit. Die Türken belagerten Stadt und Burg mehrfach. Sie zerstörten auch den Königpalast in der Oberburg. Die nach den Türkenkriegen übrig gebliebenen Fragmente der Befestigung ließ der österreichische Kaiser Leopold im Jahr 1702 sprengen. Seit dem 18. Jh. siedelten sich viele Deutsche in Visegrád an. Sie trugen Teile der Burg ab, um das Baumaterial für ihre Häuser zu bekommen. Heute versucht man die Überreste der Burganlage mühevoll zu restaurieren. Seit 1930 wird an der Restaurierung gearbeitet.
Sehenswürdigkeiten von Visegrád
Untere Burg
Die ungarischen Könige liebten die Gegend um Visegrád als Jagdgebiet. Die hügelige Landschaft war reich an Wild. Ein weiterer Grund war die vorzügliche strategische Lage. Mit der Festung konnte man die Stromenge der Donau, die hier nur etwa 350 m breit ist, sehr gut verteidigen. Das Kernstück für die Verteidigung der unteren Burg war der Salomonturm (Salomon- torony). Den Namen erhielt das Bauwerk, das im 11.Jh. errichtet wurde, nach dem Bauherrn König Salomon. Heute befindet sich im restaurierten Turm ein Museum, in dem Skulpturen und Relikte des historischen Visegrád gezeigt werden.
Terrassenpalast / König – Matthias – Palast
Vom Salomon Turm führt ein Fußweg zur Ruine des König – Matthias – Palastes. Der erste Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im 15. Jh. wurde er durch König Matthias im Stil der Frührenaissance umgebaut. Zu dieser Zeit soll der Palast eine sehr prunkvolle Ausstattung besessen haben. Unzählige Gemälde und Kunstschätze zählten zum Inventar. Die Türken zerstörten Teile der Burg und ein Erdrutsch verschüttete Teile des Palastes. Durch Zufall entdeckte man 400 Jahre später die Überreste und versucht sie seit 1934 wieder freizulegen. Sehr schön ist die 17m breite Prunktreppe.
Ehrenhof
Der schönste Teil im Bereich der zweiten Terrasse sind der Herkules- Brunnen und die Überreste des Palastes, die an einen gotischen Kreuzgang erinnern.
Hofkapelle
Auf der dritten Terrasse befand sich früher die Hofkapelle.
Löwenbrunnen und Bad
Auf der vierten Terrasse liegt der Löwenbrunnen. Hier befand sich auch ein Bad.
Obere Burg
Die obere Burg erreicht man von der Stadtmitte aus über eine sehr schön angelegte Panoramastraße. Die Ruine der oberen Burg ist zu besichtigen. Von oben hat man einen sehr schönen Blick auf das Land. Von der Hochburg führt auch noch ein Wanderweg zum 378 m hohen Berg Nagyvillám. Hier gibt es eine Aussichtsplattform, die einen atemberaubenden Blick auf die Landschaft bietet.
Tipp/ Wanderung
Piliser Parkwald
Dieser Landschaftspark erstreckt sich über 35 000 ha und umschließt die Stadt Visegrád. Der Park ist seit 1997ein Teil des Nationalparks Duna- Ipoly.
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