Ungarn – der Westen – Szombathely (Steinamanger)
Die Stadt Szombathely (Steinamanger) mit etwa 79 000 Einwohnern zählt zu den größeren Städten der Region. Bis nach Sopron, das nördlich von Szombathely liegt, sind es etwa 40 km und bis zur österreichischen Grenze sind es nur 15 km. Die Stadt in Westungarn besitzt in der Nähe drei Grenzübergänge, die von vielen Touristen aus Österreich benutzt werden. Die Stadt Szombathely besitzt eine fast 2000 Jahre alte Geschichte, denn schon die Römer gründeten hier um 43. n. Chr. die „Colonia Claudia Sabariensium“. Es war der Römische Kaiser Claudius (10. v. Chr. bis 54. n. Chr.), der die römische Kolonie, das spätere Savaria, gründete. Schon seit jeher befand sich die Stadt an einer historischen Handelsroute von Süd nach Nord. Im Mittelalter war es die Bernsteinstraße. Heute ist Szombathely ein wichtiger Verkehrsknoten für die Eisenbahn Ungarns und des internationalen Reiseverkehrs. Die Region ist durch Landwirtschaft, mittelständische Industrie und den Tourismus geprägt. Auch 20 Jahre nach Grenzöffnung ist Ungarn ein beliebtes Reiseziel, da man neben historischen Sehenswürdigkeiten und Kuraufenthalten auch noch sehr preiswert einkaufen kann.
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Reiseziele Ungarn – der Westen – Szombathely (Steinamanger) kurz zusammengefasst:
- Geschichte der Stadt Szombathely
Sehenswürdigkeiten der Stadt Szombathely
- Dom Mariä Geburt
- Bischöfliches Palais
- Römische Ausgrabungsstätte
- Fö tér
- Franziskaner Kirche St. Martin
- Savaria Museum
- Isis- Heiligtum
- Kunsthalle
- Jüdische Synagoge
- Freilichtmuseum des Komitats Vas
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Geschichte der Stadt Szombathely
Die Stadt Szombathely ist 53 n. Ch. vom römischen Kaiser Claudius als Verwaltungssitz der „Colonia Claudia Sabariensium“ gegründet worden. Archäologische und geschichtliche Untersuchungen haben ergeben, dass die gegründete Kolonie die älteste auf ungarischem Gebiet ist. Die Römer errichteten die Stadt Savaria an einem bedeutenden Handelsweg und zugleich Heeresstraße, der Bernsteinstraße. Im 4. Jh. wurde die Stadt sogar zur Hauptstadt der Provinz Pannonien ernannt. Die Stadt spielte auch eine bedeutende Rolle während der Christenverfolgung. Im Jahr 303 wurde der Bischof von Siscia hier verbrannt. Im 8. Jh. machte Karl der Große während des Awarenfeldzuges in der Stadt halt. Ab dem 11. Jh. gehörte das Gebiet um Szombathely den Bischöfen von Györ. 1407 erhielt Szombathely das Stadtrecht und wurde im 16. Jh. zum Komitatssitz ernannt. Im 16.- 18. Jh. , einer Epoche der Plünderung und der Verwüstung durch die Türkenkriege, war es dann die Königin Maria Theresia, die Szombathely zu einem eigenständigen Bistum ernannte. Seit dieser Zeit war Szombathely eine aufstrebende Kleinstadt. Sie erlangte noch mehr an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung während der K. u. k. Monarchie. Hier verliefen und kreuzten sich die wichtigen Eisenbahnmagistraten von Budapest nach Graz und von Wien nach Zagreb. Nach den beiden Weltkriegen und bis zum Niedergang der kommunistischen Ära 1989 war Ungarn ein beliebtes und günstiges Reiseziel für Touristen aus dem Westen. Dieser Umstand hat sich bis in die heutige Zeit kaum verändert.
Sehenswürdigkeiten der Stadt Szombathely
Dom Mariä Geburt
Der erste Bischof von Szombathely ließ den Dom erbauen. Er ist im Stil des Barock errichtet und später, während der langen Bauzeit, mit klassizistischen Stilelementen vollendet worden. Letztlich überwiegen die Zopfstilelemente, die um 1790 vollendet wurden. Im Inneren des Doms sind die sehr schönen Fresken leider nicht mehr erhalten geblieben. Während eines Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg wurden die historisch wertvollen Kunstwerke zerstört.
Bischöfliches Palais
Das Bischöfliche Palais steht gleich neben dem Dom. Die Fassade ist im spätbarocken Stil mit Elementen des Zopfstil- Dekors gestaltet.
Römische Ausgrabungsstätte
Gleich neben dem Dom, im Ruinengarten, kann man die römischen und frühchristlichen Überreste aus dem 4. Jh. bewundern. Bemerkenswert sind das große Fußbodenmosaik und Teile der Quirinus – Basilika, die unter einem Dach zu sehen sind. Hinter der Domapsis gibt es noch Mauerreste einer mittelalterlichen, runden Schutzfestung, die die Bischöfe von Györ im 11. und 12. Jh. errichten ließen. Auch ein Teil einer römischen Heeresstraße ist in dem Ausgrabungsareal zu besichtigen. Bei den Ausgrabungen kamen auch die Grundmauern einer alten Zollstation, von Läden und Tavernen ans Tageslicht.
Fö tér
Fö tér ist der Hauptplatz der historischen Altstadt. Er wird umrahmt von Häusern der unterschiedlichsten Epochen, vom Spätbarock über Jugendstil bis hin zu modernen Zweckbauten aus dem 20. Jahrhundert.
Franziskaner Kirche St. Martin
An einer Ecke des Platzes steht die spätbarocke St. Martin Kirche. Sie ist die Ordenskirche der Franziskaner, die gleich neben der Kirche im Mittelalter über ein Kloster verfügten. Der Überlieferung nach soll der Heilige Martin um 316 in Savaria geboren worden sein. Über seinem vermeintlichen Geburtshaus befindet sich heute eine Kapelle, die im 9. Jh. geweiht wurde.
Savaria Museum
In einem historischen Gebäude, in der Kisfaludy Sandor utca befindet sich das Provinzmuseum der westungarischen Region. In ihm werden viele kulturhistorisch bedeutende Exponate aus der frühen Römerzeit gezeigt.
Isis- Heiligtum
In der Rákóczi Ferenc utca kann man ein sehr seltenes Heiligtum der Isis besichtigen. Die Göttin Isis ist eine ägyptische Gottheit, die außerhalb des Mutterlandes ganz selten verehrt wurde. Geschichtsforscher sind der Auffassung, dass die Glaubensform mit ihrer Mystik von Ägypten über Griechenland und Rom nach Pannonien kam. Seit 188 n. Chr. ist diese Glaubensform in dieser Region nachweisbar. Etwa im 5. Jh. wurde das Heiligtum durch ein schweres Erdbeben zerstört. Danach nutzte der Volksstamm der Langobarden das Heiligtum als Bestattungsort.
Kunsthalle
Neben dem Heiligtum befindet sich die Kunsthalle der Stadt Szombathely. Die Halle dient der Kunst- und Kulturszene der Stadt als Ausstellungsort. Wechselnde Ausstellungen werden hier gezeigt.
Jüdische Synagoge
Beeindruckend ist die im maurischen Stil erbaute Synagoge. Sie wurde 1881 errichtet. Heute wird sie als Konzerthalle genutzt.
Freilichtmuseum des Komitats Vas
Auf einer fast sechs Hektar großen Freifläche am Stadtrand von Szombathely errichtete man ein Freilicht- Museumsdorf. Hier zeigt man die Kultur und die historischen Besonderheiten der einzelnen Volksgruppen, die in der Region Vas und Zala leben, es sind die Volksgruppen der Magyaren, Slowenen und Wenden.
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