Ungarn – der Nordwesten – Sopron (Ödenburg)
Sopron liegt in unmittelbarer Nähe der österreichischen Grenze, an der Südspitze des Neusiedler Sees. Bekannt ist Sopron für seine historische Altstadt und die vielen gotischen Baudenkmäler. Das Territorium der Stadt ragt auf österreichisches Gebiet. Sopron ist zweisprachig, da ein beträchtlicher Teil der 55 000 Einwohner deutschsprachig ist. So ist es nicht verwunderlich, dass die Straßen- und Hinweisschilder der Stadt zweisprachig sind. Sopron wurde im Jahr 1735 gegründet und ist heute eine Universitätsstadt. Bis in die österreichische Hauptstadt Wien sind es gerade einmal 60 km und bis Budapest etwa 220 km. Sopron ist eine historische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten im Altstadtzentrum.
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Reiseziele Ungarn – der Nordwesten – Sopron (Ödenburg) kurz zusammengefasst:
- Geschichte der Stadt Sopron
Sehenswürdigkeiten der Stadt Sopron
- Torwege und Arkadenhöfe
- Vorderes Tor sowie Stadt - oder Feuerturm
- Rathaus
- Fö tér, der Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
- Storno – Haus und Generals – Haus
- Liszt – Ferenc – Museum im Fabricius Haus
- Komitatshaus
- Marienkirche von Sopron
- Kapitelsaal im Franziskanerkloster
- die Evangelische Kirche, das Palais Zichy, die alte Apotheke und das Gotische Haus
- Die Alte Synagoge und die Neue Synagoge
- Orsolya tér mit Ordenskirche
- Grünes Haus / Kaiserhaus
- Stadtmauer und Großes Rondell
- St. – Georgs – Kirche
- Dominikaner – Kirche und Petöfi – Theater
- Heilig – Geist – Kirche
- Zwei – Mohren – Haus
- St. – Michaels – Kirche
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Geschichte der Stadt Sopron
Archäologische Funde weisen auf eine erste Besiedlung durch die Illyrer und die Kelten hin. Sie betrieben hier Weinbau und Handel. Danach waren es die Römer, die von Beginn unserer Zeitrechnung bis ins 3. Jh. das Gebiet beherrschten. Vom 3. bis 9. Jh. siedelten die Hunnen, Awaren und später die Germanen im Gebiet des heutigen Sopron. Unter dem politischen Machteinfluss der Magyaren gelangte die Region ab dem 10. Jh. Schon sehr früh, im Jahr 1277, erhielt die Stadt das Privileg einer königlichen Freistadt. In der Folgezeit entwickelte sich die Stadt zu einem wirtschaftlichen Zentrum in der Region. Mit der Reformation bekannten sich die Bürger zum lutherischen Glauben. Im Jahr 1557 gegründeten sie ein Lyzeum, wo die Lehren Luthers verbreitet wurden. Während der Epoche der Gegenreformation, im 16. Jh., kämpfte das Bürgertum für sein lutherisches Glaubensbekenntnis. Die Region um Sopron, dem früheren Ödenburg, nannte man zu Beginn des 20. Jh.s auch Deutsch- Westungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Sopron eine Zeit lang zu Österreich, bis 1921 durch eine Volksabstimmung Sopron zu Ungarn überwechselte. Der Ungarische Staat verlieh den Bürgern von Sopron für ihre Entscheidung den Titel „Civitas Fifelissma“, was zu viel heißt, wie „die treueste Stadt“. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten nationalistische Ungarn deutschsprachige Bürger zu vertreiben. Zu kommunistischer Zeit war Sopron ein beliebtes Ziel Österreichischer Touristen. Man nannte Sopron auch Shop-ron. 1989 war die Region um Sopron auch ein beliebtes Ziel um die damalige DDR zu verlassen. Hier wurde der „Eiserne Vorhang“ zuerst durchlässig. Heute ist Ungarn ein Mitglied der Europäischen Union, aber besitzt aber noch seine eigenständige Währung.
Sehenswürdigkeiten der Stadt Sopron
Sopron, das frühere Ödenburg, ist in den Jahrhunderten der Türken- und Mongolenherrschaft von Zerstörungen verschont worden. Das einzigartige Stadtensemble mittelalterlicher Bauten ist umfangreich und geschlossen erhalten geblieben.
Torwege und Arkadenhöfe
In den Nischen von Torwegen und Arkadenhöfen hielten sich früher die Wächter und Händler auf. Heute sind viele dieser Orte kleine Weinstuben, in denen der Wein aus der Region ausgeschenkt wird. Viele dieser Bauten sind aus der Periode der Spätrenaissance oder stammen aus der Zeit des großen Stadtbrandes im Jahr 1676. Die nach dem Brand aufgebauten Häuser sind im barocken Stil gehalten.
Vorderes Tor sowie Stadt – oder Feuerturm
Diese beiden Sehenswürdigkeiten befinden sich im Nordosten des Altstadtkerns. Der Stadt – oder auch Feuerturm ist das Wahrzeichen von Sopron. Sein 60 m hoher Turm ist schon von weitem auszumachen. Erbaut hat man den Turm im 15. Jahrhundert. Sehr schön ist der Arkadengang, der sich auf halber Höhe um den Turm windet. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Am Südportal des Turmes gibt es noch ein Relief, das an die Volksabstimmung von 1921 erinnert.
Rathaus
Gleich neben dem Feuerturm wurde das Rathaus erbaut. Es ist in der Zeit des Historismus im späten 19. Jh. entstanden.
Fö tér, der Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Vor dem Rathaus erstreckt sich der Fö tér, den man auch Hauptplatz nennt. Umgeben wird er von sehr schönen alten Bürgerhäusern. Der Platz ist an der Stelle des alten römischen Forums entstanden. In der Mitte des Platzes steht die Dreifaltigkeits – Säule, sie entstand in den Jahren 1695 bis 1701. Die Säule erinnert sehr stark an die Pestsäule am Graben in Wien. Die Figuren am Fuß der Säule stellen die Stifter dar. Es sind der Graf von Löwenburg und seine Gemahlin umringt von Heiligen, die sich hier ihr Denkmal erschaffen haben.
Storno – Haus und Generals – Haus
Nordwestlich des Rathauses, an einer Ecke zum Feuerturm, steht das Storno – Haus . Es gehörte im 19. Jh. einer Künstlerfamilie, die den Namen Storno trug. Heute befinden sich in dem Gebäude zwei Museen. Im 1. Obergeschoss ist das Historische Stadtmuseum und im 2. Obergeschoss die Storno Ausstellung zum Thema Wohnkultur untergebracht. Neben den beiden Ausstellungen ist aber auch der Arkadenhof des Storno- Hauses sehr sehenswert. Er zählt zu den schönsten Spätrenaissance – Bauten der Stadt.
Das Generals – Haus liegt ebenfalls am Fö tér. Entstanden ist es im 14. Jahrhundert, es wurde im 18. und 19. Jh. mehrfach umgebaut. Es diente den Bürgermeistern und Richtern der Stadt als Wohngebäude. Im Arkadenhof des Hauses kann man noch Steinfiguren des Liszt – Ferenc – Museums besichtigen.
Liszt – Ferenc – Museum im Fabricius Haus
Das Museum besitzt eine bedeutende archäologische Sammlung. Aus dem frühen Mittelalter werden auch sehr wertvolle Sakralgegenstände gezeigt.
Komitatshaus
Dieses Regierungsgebäude ist im Westen des Hauptplatzes zu finden. Es ist ein klassizistischer Bau mit einem vierteiligen Säulenportal.
Marienkirche von Sopron
Sie ist die bedeutendste Kirche der Stadt. Die Einheimischen nennen sie scherzhafter Weise auch Ziegenkirche, da der Stifter des Gotteshauses Geißler hieß und sein Wappen durch eine Geiß (Ziege) geschmückt wird. Der älteste Teil des Gotteshauses ist der frühgotische Chor aus der Zeit um 1280. Der Andachtsraum ist ein quadratischer, dreischiffig geteilter Raum. Das Langhaus, wie auch der Kirchturm stammen aus hochgotischer Zeit. Auch die Kanzel stammt aus der Epoche um 1450. Die Kirche war Gegenstand von zwei historisch bedeutenden Begebenheiten. 1450 war es Johannes Capristan, der von der Kanzel des Gotteshauses zum Kreuzzug gegen die Türken aufrief und 1625 war die Marienkirche die Krönungskirche Kaiser Ferdinands II., der hier zum ungarischen König gekrönt wurde. Sehenswert im Inneren sind die Schnitzereien, die um 1750 angefertigt wurden.
Kapitelsaal im Franziskanerkloster
Das ehemalige Franziskanerkloster befand sich rechts neben der Marienkirche. Sehenswert hier ist der Kapitelsaal aus der Zeit der Hochgotik (1330).
Evangelische Kirche, Palais Zichy, alte Apotheke und Gotische Haus
In der Mitte des Altstadtkerns liegt noch die Evangelische Kirche, das Palais Zichy, die alte Apotheke und das Gotische Haus.
Die Alte Synagoge und die Neue Synagoge
Auch im Zentrum der Altstadt befinden sich die Alte- und die Neue Synagoge. Die alte jüdische Synagoge ist das älteste Gebetshaus in Europa. Man erbaute es im 14. Jahrhundert. Nach der Vertreibung der Juden 1626 wurde es zu einem Wohnhaus umgebaut. Im Jahr 1975 besann man sich der alten Tradition und stellte den ursprünglichen Zustand des Gebetshauses wieder her. Heute wird das historische Gebäude als Museum genutzt. Sehr schön sind der Gebetsraum und das Tauchbad (Mikwe) in einem Nachbarhof.
Die Neue Synagoge ist auch auf einem heiligen Ort errichtet worden. Die spärlichen Reste eines Vorgängerbaus sind noch im Hof der Neuen Synagoge zu sehen.
Orsolya tér mit Ordenskirche
Die im neogotischen Stil erbaute Ordenskirche steht auf dem Orsolya tér. Zur Kirche gehört ein kleines Museum mit katholischer Kirchenkunst.
Grünes Haus / Kaiserhaus
Das Grüne Haus oder auch Kaiserhaus ist ein frühbarockes Gebäude mit einem sehr schönen Arkadenhof. Der Ursprung geht bis auf die Römerzeit zurück. Deshalb wird es auch Kaiserhaus (caesar ház) genannt.
Stadtmauer und Großes Rondell
Im östlichen Teil der Altstadt, in Nähe der Hátsó kapu utca, gelangt man zu den Überresten der mittelalterlichen Burg und zu den Überresten der alten Stadtmauer, die noch aus römischer Zeit stammen. Bemerkenswert ist das Große Rondell, eine runde Bastei aus dem 16. Jahrhundert.
St. – Georgs – Kirche
Auch im Osten der Altstadt von Sopron liegt das historische St. – Georgs – Viertel. Die St. – Georgs – Kirche gehörte zur Zeit der Gegenreformation den Jesuiten. Ab 1685 erhielt die Kirche das für die Jesuiten – Kirchen typische Aussehen. Heute ist sie im Stil einer frühbarocken Ordenskirche zu besichtigen. Beeindruckend sind die beiden Tympanonreliefs, die aus der Zeit um 1425 stammen. Sie zeigen die Drachenheiligen Georg und Margarete.
Dominikaner – Kirche und Petöfi – Theater
Im Süden der Altstadt befindet sich noch die Dominikaner – Kirche . Sie ist heute eine Pfarrkirche. In diesem Teil der Stadt liegt auch das Petöfi – Theater, das eine sehr schöne Jugendstilfassade besitzt.
Heilig – Geist – Kirche
Nordöstlich des alten Stadtkerns, in der Nähe des Vorderen Tores, führt eine schmale Gasse in ein sehr schönes Vorstadtviertel. Es ist im Mittelalter der Stadtteil der Handwerker gewesen.
Die Heilig – Geist – Kirche ist die Pfarrkirche dieses Stadtteils. Sie ist im 18. Jh. erbaut worden. Im Inneren gibt es sehr schöne Fresken und Gemälde, die von einem Wiener Barockmaler geschaffen wurden.
Zwei – Mohren – Haus
In der Pressburger Straße befindet sich das Zwei – Mohren – Haus. Es ist ein Beispiel für die Bauweise des Soproner – Barocks . Dieser Baustil trägt einen volkstümlichen Charakter.
St. – Michaels – Kirche
Nur wenige Schritte entfernt steht die St. – Michaels – Kirche. Der erste Kirchenbau geht auf das 11. Jh. zurück. Im 14.Jh. erbaute man an gleicher Stelle eine dreischiffige gotische Hallenkirche. Bis ins 19. Jh. wurde das Gotteshaus noch mehrfach umgebaut. Auf dem nahe liegenden Friedhof gibt es noch ein sehenswertes Tympanonrelief einer Grabkapelle zu besichtigen.
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