Estland – der Westen – Insel Saaremaa – Sehenswürdigkeiten
Ganz im Westen von Estland, im Norden der Rigaer Bucht, liegt die
größte Insel Estlands, die Insel Saaremaa. Sie besitzt eine Fläche von ca. 2 673 km² und ist nach Seeland und Gotland die drittgrößte Insel in der Ostsee. Saaremaa besitzt sehr viele Halbinseln und Buchten. Die Insel ist zerklüftet und viele kleine Inseln, es sind ungefähr 600 an der Zahl, sind der Hauptinsel vorgelagert. Die Insel besitzt
flache Küstenbereiche aber auch
Steilküstenabschnitte, die im Norden und Nordwesten von Saaremaa zu finden sind. Bis zu 20 m fällt die Steilküste in der Panga Pank Bucht ins Meer. In der Küdema Bucht und im Nordwesten der Halbinsel Tagamösa ist die Steilküste nicht ganz so spektakulär. Die höchste Erhebung ist der etwa 54 m hohe Kihelkonna Hügel. Er befindet sich im Westen der Insel. Dieses Gebiet ist auch ein
Naturreservat. Es heißt
Viidumäe und wurde 1957 gegründet. Wie auf den anderen Inseln gibt es auch auf Saaremaa
karge Alvarlandschaften, Moore und Föhrenwälder. Wer die Insel Besucht, sollte aber auch neben der Schönheit und Artenvielfalt der Landschaft, die am Weg stehenden historischen Zeugnisse der Jahrtausende alten Siedlungsgeschichte nicht vergessen.
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Reiseziele Estland – der Westen – Insel Saaremaa – Sehenswürdigkeiten kurz zusammengefasst:
- Burg und Kirche von Valjala
- Pöide
- Halbinsel Sõrve
- Kihelkonna
- Vilsandi Nationalpark
- Bauernmuseum Mihkli
- Naturschutzgebiet von Viidumäe
- Steilküste von Panga
- Windmühlen von Angla
- Dorf Karja
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Burg und Kirche von Valjala
Das kleine Dorf liegt an der Hauptstraße Nr. 74, etwa auf halber Strecke zwischen der Inselhauptstadt Kuressaare und der Insel Muhu. Südlich des Ortes findet man die Überreste einer Burg. Sie war einmal die stärkste und größte Befestigungsanlage der Insel. Nach der Eroberung der Burg durch die Ordensritter um 1227 herrschten sie auf der ganzen Insel. Nur wenige Jahre nach der Eroberung ließen die Ordensritter die Kirche in der Mitte des Dorfes erbauen. Sie stammt damit auch aus der Zeit um 1227 und ist die älteste Kirche der Insel. Das Hauptschiff der Kirche wurde nach der Zerstörung 1343 wieder aufgebaut. Die ursprüngliche Rundapsis wurde durch einen achteckigen Chorabschluss ersetzt. Der Turm des Gotteshauses stammt aus dem 17. Jahrhundert. Für seinen Bau wurden Grabplatten aus dem 13. Jh. verwendet, die von der Insel stammen.
Pöide
Ganz im Nordosten der Insel, etwa 4 km vor dem Damm zur Insel Muhu, liegt an der Hauptstraße Nr. 74 der kleine Ort Pöide. Von hier aus sind es noch etwa 47 km bis zur Inselhauptstadt Kuressaare. Das Gebiet um Pöide war ein Siedlungsgebiet altestnischer Volksstämme. Hier befand sich vor der Eroberung durch die Ordensritter die Burg Kahutsi. Sie liegt etwa 2 km vom Ort entfernt. Ein niedriger Hügel weist noch auf die Reste der Burg hin. Südöstlich der Burg hat man noch zehn Steinkistengräber aus dem 1.- 3. Jahrhundert gefunden. Eine weitere Sehenswürdigkeit im Ort ist die romanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist als Wehrkirche benutzt worden und sollte die Dorfbewohner vor Überfällen schützen. Sie ist die größte ihrer Art auf der Insel.
Halbinsel Sõrve
Die Landzunge erstreckt sich über 30 km weit in die Rigaer Bucht. Von der äußersten Südspitze bis ans lettische Festland sind es nur ca. 30 km. Sehenswert ist der Leuchtturm von Sõrve (Sworbe). Er steht auf einer flachen Landzunge ganz im Süden der Halbinsel. Sein Vorgänger wurde in den Kriegswirren des Zweiten Weltkrieges 1944 gesprengt und in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder aufgebaut. In den Kriegswirren 1944 war die Halbinsel stark umkämpft und von hier aus flüchteten die letzten deutschen Soldaten. Sehr schön ist auch die Westküste der Halbinsel. Ein beliebtes Fotomotiv sind die Bockwindmühlen bei Jämaja.
Kihelkonna
Dieser kleine Ort liegt im Nordwesten der Insel, direkt an der Küste. Man erreicht ihn von der Inselhauptstadt aus auf der Nebenstraße Nr. 78. Die Entfernung bis Kuressaare beträgt etwa 30 km. Der kleine Ort besitzt einen wichtigen Hafen zur Ostsee. In der Nähe des Ortes liegen auch die Anwesen der Adelsfamilie derer von Rootsiküla. In Kihelkonna steht eine kleine, einschiffige gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Seit 1899 ist der frühere Wehrturm in einen Glockenturm umgewandelt worden. Er diente früher auch als Leuchtturm. Die gesamte Bucht und die vielen vorgelagerten Inseln gehören zum Nationalpark Vilsandi.
Vilsandi Nationalpark
Der Nationalpark im Osten der Insel umfasst die Bucht mit etwa 160 kleinen Inseln und erstreckt sich über die Ostküste der Halbinsel Tagamõisa. Es ist das älteste Naturschutzgebiet Estlands. Es wurde 1907 gegründet. Bekannt ist das Reservat für die zahlreichen Zugvögel, die hier jährlich ihren Nachwuchs aufziehen. Wer die vielen See- und Zugvögelarten im Vilsandi Nationalpark besuchen möchte, der wende sich bitte an das Besucherzentrum in Loona.
Bauernmuseum Mihkli
Nur ein paar Kilometer von Kihelkonna, in südöstlicher Richtung, liegt das kleine Dorf Viki. Hier gibt es ein sehr schönes Naturkundemuseum. Es handelt sich hierbei um ein typisches Bauerngehöft aus dem 19. Jahrhundert. Der Mihki- Hof, wie er genannt wird, ist im Original erhalten geblieben. Seit 1959 sammelt man alte bäuerliche Gerätschaften und Haushaltsgeräte und kann somit einen eindrucksvollen Einblick in das bäuerliche Leben in dieser Region geben. In der Nähe des historischen Bauernmuseums befindet sich noch eine Bockwindmühle / Bockmühle, die man besichtigen kann.
Naturschutzgebiet von Viidumäe
Ein weiteres, kleineres Naturschutzgebiet liegt etwas südlicher von Kihelkonna. Dieses Naturreservat erstreckt sich südlich des Weges von Kihelkonna nach Kuressaare.
Steilküste von Panga
Ganz im Norden der Insel gibt es verschieden Buchten, in deren Bereich die Steilküste ausgeprägt ist. Den Ort Panga erreicht man über das Dorf Võhma. Von hier aus sind es etwa noch 4 km bis Panga. Hier an der Nordküste gibt es auf einer Länge von etwa zweieinhalb Kilometern eine 20 m hohe Steilküste, die die höchste der Insel ist. An der Spitze der Halbinsel, in der Küdema- Bucht, fällt das schroffe Gestein fast senkrecht in die Tiefe.
Windmühlen von Angla
Nur etwa 5 km südlich des Dorfes Leisi liegt das Dorf Angla. Hier stehen auf einem Hügel, der von allen Seiten vom Wind erreichbar ist, noch fünf Bockwindmühlen / Bockmühlen. Früher waren es einmal mehr. Die für die Insel Saaremaa typischen Windmühlen stammen aus dem 19. Jh. und dienten den Dorfbewohnern zum mahlen des Getreides. Der Anblick der alten Mühlen mit ihren Steinsockeln und den vergrauten und verwitterten Holzaufbauten sind ein beliebtes Fotomotiv für die Touristen.
Dorf Karja
In der Nähe von Angla liegt das Dorf Karja. Sehenswert ist die alte gotische Dorfkirche aus dem 13. Jh. im nahen Linnaka. Sie ist reich verziert mit Pflanzenmotiven und Figuren und gilt mit ihrer üppigen Steinmetzkunst als eine der bedeutendsten und schönsten Dorfkirchen Nordeuropas.
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