Estland – der Süden – Valga
Die Kleinstadt Valga liegt ganz im Süden Estlands. Valga ist eine Grenzstadt zu Lettland und liegt an der Hauptverkehrsader der A3 von Riga nach Tartu in Richtung Sankt Petersbug. Von Valga bis zur Landeshauptstadt Tallinn sind es etwa 245 km mit dem Auto. Zu deutscher Zeit nannte man die Stadt Walk. Auf lettischer Seite gibt es noch die etwas kleinere Stadt Valka. Zum Glück sind Estland und Lettland zwei gleichberechtigte Staaten der Europäischen Union, so dass der Grenzübertritt und damit das gesellschaftliche und menschliche Miteinander unkompliziert sind. Die Stadt besitzt heute ca. 16 000 Einwohner. Sie ist ein Zentrum der Verwaltung der Region, die hauptsächlich von der Land- und Viehwirtschaft geprägt ist. Valga liegt am Mittellauf des Flusses Pedeli. Landschaftlich ist das Gebiet sehr schön. Zahlreiche unberührte Seen, große Waldflächen und eine reiche Tierwelt ziehen viele Touristen an.
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Reiseziele Estland – der Süden – Valga kurz zusammengefasst:
- Geschichte der Stadt Valga
Sehenswürdigkeiten der Stadt Valga
- Johanneskirche
- Stalag 351
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Valga
- Mausoleum in Jögeveste
- Gutsschloss von Sangaste
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Geschichte der Stadt Valga
Schon um 1224 verlief die alte Grenze zwischen dem Bistum Riga und dem Gebiet des Schwertbrüderordens entlang der heutigen Grenze. Die Grenzführung geht auf die Festlegung einer päpstlichen Order zurück, wonach die Grenze entlang eines Baches verlaufen sollte. Während des Livländischen Krieges, in der Zeit zwischen 1558-1583, wurde die Stadt von zaristischen Truppen belagert und zerstört. Nach dem Krieg gehörte Valga zum Königreich Polen. Während des großen Nordischen Krieges von 1700- 1721 siegten die zaristischen Truppen und das Gebiet wurde russisch. Im Ergebnis des Ersten Weltkrieges gab es Streit zwischen Estland und Lettland über den Grenzverlauf beider Staaten. Nur durch die Schlichtung der Briten gab es eine Einigung. Noch heute richten sich beide Staaten nach dieser Vereinbarung zur Grenzführung. Die Regelung hatte im 20. Jh. aber nur eine geringe Zeit Bestand, denn von 1940 bis 1941 okkupierten sowjetrussische Truppen das Baltikum. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges besetzten deutsche Truppen die baltischen und russischen Gebiete, bis die Sowjetarmee 1944 die Truppen aus dem Baltikum vertrieb. Nach Ende des Krieges bis 1991 herrschte Sowjetrussland über die baltischen Staaten. Die Unabhängigkeit erlangten die Länder dann 1991und seit dieser Zeit gilt wieder die Grenzregelung von 1224.
Sehenswürdigkeiten der Stadt Valga
Johanneskirche
Diese Kirche liegt im Zentrum der Kleinstadt Valga und wurde in den Jahren 1787- 1789 im klassizistischen Stil erbaut. Die Orgel der Kirche stammt von einem bekannten Orgelbauer aus Leipzig. In der Johanniskirche finden regelmäßig Orgelkonzerte statt.
Stalag 351
Diese Bezeichnung steht für ein dunkles Kapitel der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. In der Nähe der Stadt befanden sich Pferdeställe, in denen ein Kriegsgefangenenlager für russische Kriegsgefangene eingerichtet war. Nach Kriegsende hat man in einem 300 m langen Massengrab, in der Nähe des Lagers, etwa 30 000 Tote gefunden. Das Massengrab liegt im Wald der Ortschaft Priimetsa.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Valga
Mausoleum in Jögeveste
Es war der russische Feldmarschall Barclay de Tolly, der hier, 30 km nördlich von Valga, seine letzte Ruhe gefunden hat. Er lebte von 1761- bis 1818. Gemeinsam mit seiner Frau wurde er 1823 in dem, im klassizistischen Stil erbauten Mausoleum beigesetzt. Den Ruhm und die Ehre verdiente sich der aus Schottland stammende Feldherr im Krieg gegen Napoleon I. Er war Befehlshaber der Ersten Russischen Westarmee und später Oberbefehlshaber der russisch- preußischen Truppen in der Armee von Fürst Schwarzenberg. Ein Relief am Sockel des Monumentes zeigt den Marschall beim Einzug der Truppen in Paris im März 1814.
Gutsschloss von Sangaste
Das Gutsschloss von Sangaste liegt etwa 16 km nordöstlich von Valga. Es wurde im englischen Stil erbaut. Es war der Graf Friedrich von Berg, der sich das Schloss 1883 errichten lies. Er war ein bekannter Naturforscher, der Getreidesorten in dieser Region züchtete. Eine kleine Ausstellung im Inneren des Schlosses gibt einen Einblick in sein Leben und Wirken.
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