Estland – der Osten – Peipsi järv (Peipus- See)
Der Peipus- See ist der fünftgrößte See in Europa. Seine Länge beträgt ca. 140 km und seine breiteste Stelle etwa 50 km. Er erstreckt sich über eine Fläche von 3 555 km². Nach dem Zerfall Sowjetrusslands und der Unabhängigkeit Estlands bilden der Peipus- See und der Fluss Narva die Grenze zwischen beiden Staaten und die Außengrenze der Europäischen Union. Etwa 45% der Fläche des Peipus- Sees zählen zu Estland, der Rest ist russisches Territorium. Der südliche Teil, auch Pleskauer- See genannt (estnisch Pihkva järv, russisch Pskovskoe ozero) hat eine Größe von ca. 710 km², er liegt vollkommen auf russischem Gebiet. Der Peipus- See verfügt über 30 meist kleine Zuflüsse. Er hat jedoch nur den Narva- Fluss als Abfluss. Er ist sehr wasserreich und ergießt sich in der Narvabucht in den Finnischen Meerbusen. Der See ist im Verhältnis zu anderen Seen mit gleicher geographischer Lage sehr warm und fischreich. Diese Tatsache liegt an der geringen Tiefe des Sees. Im Durchschnitt hat er eine Tiefe von etwa 6 m. Die tiefste Stelle mit 15m liegt im Süden im Pleskauer- See. Auf estnischer Seite gibt es sehr viele Fischerdörfer, die mehr und mehr vom Tourismus leben. Sehr begehrt sind die im Norden liegenden Sanddünen und ausgedehnten Föhrenwälder (Kiefern)und natürlich das Seeufer mit den tollen Bademöglichkeiten. Besonders die Orte Kauksi und Vasknarva im nördlichen Teil des Sees sind beliebt. Hier sind in den letzten Jahren einige anspruchsvolle Campingplätze und Feriensiedlungen entstanden, die bei in - und ausländischen Feriengästen sehr beliebt sind.
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Reiseziele Estland – der Osten – Peipsi järv (Peipus- See) kurz zusammengefasst:
- Geschichte des Peipsi järv (Peipus- See)
Siedlungen entlang des Peipus- Sees
- Nordufer
- Iisaku Berg
- Kauksi
- Vasknarva
- Mustvee
- Kallaste
Tipp
- Frischer Fisch aus dem Rauch
- Estland ein Angler- Paradies
Mehr Informationen zu den Reisezielen:
Geschichte des Peipsi järv (Peipus- See)
Im Mittelalter war der Peipus- See die Grenze zwischen der östlichen und der westlichen Zivilisation. Im Westen lebten die estnischen Stämme und im Osten lagen die Siedlungsgebiete der Nowgoroder. Historische Bedeutung erlangte der Peipus- See durch die legendäre „Schlacht auf dem Peipussee“. Es war der 5. April 1242, als sich das Heer des russischen Fürsten aus Nowgorod unter Alexander Newski gegen das Heer deutscher und dänischer Kreuzritter stellte. Der Legende und der Überlieferung nach siegten die russischen Truppen, in dem sie die schwer bewaffneten Ordensritter auf das Eis des Sees trieben. Dort brachen diese ein und ertranken. Noch heute wird die Schlacht heroisiert und zum nationalen Geschichtsepos stilisiert. Ein Denkmal am Ufer des Sees zeugt von den einstigen Heldentaten. Es ist nicht zu verkennen, dass das Kreuzrittertum eine nicht zu vertretende Kolonialisierung unter dem Vorwand der Christianisierung betrieben hat.
Siedlungen entlang des Peipus- Sees
Nordufer
Die schönste Gegend am See ist das Nordufer von Vasknarva bis Rarnapungerja. Auf etwa 35 km findet man hier Sandstrände und Kiefernwälder. Das Gebiet ist geschützt vor den kalten Winden, die aus Norden einfallen und in den Sommermonaten hat man oft Wassertemperaturen bis zu 22 ° C. Die Landstraße Nr.3 sowie die untergeordnete Straße (Nebenstraße) Nr. 32 führen in Ufernähe am See entlang.
Iisaku Berg
Direkt an der Landstraße Nr.3, etwa 14 km nördlich des Seeufers, gelangt man an den Fuß des Tärivereberges. Er ist mit seinen 94 m der höchste Berg im Nordosten Estlands. Wer das Plateau erklimmt, hat einen sehr schönen Blick auf das Umland und den Peipus- See. Sehenswert ist auch das kleine Heimatmuseum des Ortes.
Kauksi
Der kleine Ort Kauksi ist ein beliebter Badeort am Nordufer des Sees. Er liegt auch an der Landstraße Nr.3, dort wo sie auf den Peipus- See trifft. Hier sind in den letzten Jahren Unterkünfte für Urlauber entstanden. Auch einen Campingplatz gibt es direkt am See.
Vasknarva
An der nordöstlichsten Stelle, da wo der Fluss Narva den Peipus- See verlässt und seinen Weg zum Meer nimmt, liegt das knapp einhundert Seelen Dorf Vasknarva. Die Bewohner des Dorfes sind russischer Abstammung. Sie leben von etwas Landwirtschaft und dem Fischfang. Von hier aus gibt es eine Schiffsverbindung nach Narva. Das Dorf wurde im 15. Jh. gegründet und man findet heute noch die Überreste der Ordensburg Nyslot, die aus der gleichen Epoche stammt (1427).
Mustvee
Der kleine Ort Mustvee ist seit Anfang des 19. Jh.s ein Sammelort für altgläubige Russen. Man bezeichnet sie auch als altorthodoxe Christen, deren Zeichen das Doppelkreuz oben mit dem Schrägkreuz unten ist. Heute ist die Religion wieder stark im Vormarsch begriffen. Sehenswert sind die vier Kirchen des Ortes. Besichtigen kann man die orthodoxe Nikolaikirche, sie stammt aus dem Jahr 1864. Daneben gibt es noch eine Baptisten- Kirche von 1872, eine lutherische Kirche aus dem Jahr 1880 und zuletzt noch die Kirche der altorthodoxen Christen, deren Gotteshaus seit 1927 besteht.
Kallaste
Folgt man dem Seeufer in Richtung Süden, vorbei an einigen Fischerdörfern, dann erlebt man die Sprachenvielfalt dieser Region. In einigen Orten spricht man russisch, so in Raja, Kükita und Tiheda in Kasepää ist die estnische Sprache zu Hause. Nach Mustvee, auch estnisch, verlässt man die Landstraße Nr. 4 und fährt auf der Nebenstraße Nr. 43 weiter in Richtung Süden. Nach etwa 26 km erreicht man Kallaste. Hier besitzt der Peipus- See ein ganz anderes Uferbild. Kein flacher Sandstrand sondern eine rote Sandsteinsteilküste erwartet den Besucher. Der Ort selbst ist ein Fischerdorf, das im 18. Jh. entstand. Auch in diese Region flüchteten die altorthodoxen Christen. Ein Museum im Dorf Kolkja erzählt die Geschichte der altorthodoxen Christen und beleuchtet ihre religiöse Stellung zu den übrigen Strömungen dieser Glaubensform.
Tipp
Frischer Fisch aus dem Rauch
Vielerorts gibt es Stände am Straßenrand, an denen man ganz frischen geräucherten Fisch, man nennt ihn Suitsukala, kaufen kann. Er zählt zu den köstlichen Spezialitäten des Landes.
Estland ein Angler- Paradies
Unter dem Motto, Estland ein Anglerparadies, kann man sehr preisgünstig eine Angelerlaubnis erwerben. Für einen Woche zahlt man um die zwei Euro und für ein halbes Jahr etwa 8 Euro. Die drei baltischen Staaten besitzen fast 1500 Seen, in denen es nur so von Fisch wimmelt. Ob Weißfische, wie Brassen und Rotaugen oder Hecht und Zander, alles kann an den Haken. Besonders beliebt ist in den nordischen Ländern das Eisfischen.
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