Estland – der Westen – Insel Hiiumaa
Etwa 110 km südwestlich von Tallinn liegt der Kur- und Badeort Haapsalu. Von hier aus sind es noch einmal etwa 7 km bis zum Fährhafen Valgevälja. Die Fähren nach Hiiumaa gehen von hier mehrmals am Tag. Die Fahrzeit beträgt etwa 1,5 Stunden, obwohl es bis nach Heltermaa an der Ostküste der Insel nur ca. 20 km sind. Eine weitere Fährverbindung besteht vom Hafen Triigi auf der größeren Insel Saaremaa zum Hafen Söru auf Hiiumaa.Hiiumaa ist Estlands zweitgrößte Insel. Sie hat eine Fläche von annähernd 1000 km². Einsame Wälder und Moore zählen zur typischen Vegetation. Im Süden gibt es aber auch Felder und Wiesen. Hauptsächlich betreiben die Menschen hier Viehzucht und nur wenig Feldwirtschaft, da die Böden karg und steinig sind. Im Vordergrund stehen die Fischerei- und die Holzwirtschaft und im zunehmenden Maße der Tourismus.
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Reiseziele Estland – der Westen – Insel Hiiumaa kurz zusammengefasst:
- Siedlungsgeschichte der Insel Hiiumaa
Sehenswürdigkeiten auf der Insel Hiiumaa
- Halbinsel Tahkuna
- Halbinsel Kõpu
- Ortschaft Käina
- Insel Kassari
- Gutsherrenschloss von Suuremõisa
Tipp
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Siedlungsgeschichte der Insel Hiiumaa
Erste Besiedlungen aus der Zeit um 400 v. Chr. sind durch archäologische Funde nachgewiesen. Auch die alten Wikinger eroberten und siedelten in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends auf den estnischen Inseln. Sie kannten die Seewege durch die nordöstliche Ostsee und den gesamten Raum des Finnischen Meerbusens. Erstmals erwähnt wurde „Dageida“, wie die Insel damals genannt wurde, im Jahr 1228. In der Mitte des 13. Jh.s eroberte der Deutsche Ritterorden den Küstenraum Kurlands und Livlands und kolonialisierte die Gebiete. Ob Ordensritter, Dänen oder Schweden, alle fanden nur wenig Interesse an dem kargen Landstrich, wo keine Menschen wohnten und nur Wald- und Moorlandschaft vorherrschte. 1254 wurde die Insel zwischen dem Schwertbrüder Orden und dem Bischof von Ösel- Wiek aufgeteilt. Vom 16. bis zum 18. Jh. beherrschten und besiedelten die Schweden die Insel. Sie wurde von nur zwei Adelsfamilien beherrscht. Es waren die Adelsfamilien derer von Stenbock und von Ungern- Sternberg. Zentrum der Besiedlung war das an der Südküste liegende Kärdla. Um 1470 wurde hier die Leibeigenschaft abgeschafft und die hauptsächlich schwedische Bevölkerung lebte zwar in ärmlichen Verhältnissen aber als freie Menschen. Im Großen Nordischen Krieg ging die Herrschaft auf das Zarenreich über. Mit der Industrialisierung, in der ersten Hälfte des 19. Jh.s, errichte die Familie von Ungern- Sternberg eine Textilfabrik, die bis zum Zweiten Weltkrieg bestanden hat. Heute ist die Insel mit der heimlichen Inselhauptstadt Kärdla ein beliebtes touristisches Ausflugsziel.
Sehenswürdigkeiten auf der Insel Hiiumaa
Halbinsel Tahkuna
Diese Halbinsel liegt ganz im Norden der Insel. Sie ist etwa 6 km breit und 9 km lang. Sehenswert ist hier der an der äußersten Spitze stehende Leuchtturm aus dem Jahr 1875. Der Leuchtturm wurde in Paris hergestellt. Er ist aus Gusseisen und sein Leuchtfeuer strahlt aus 42 m Höhe auf des Meer hinaus. Auf dem Weg zum Leuchtturm liegt der Mihkli – Hof. Er wurde im 18. Jh. erbaut. Die hier ansässigen Schweden wurden nach dem Großen Nordischen Krieg 1781 in die Ukraine deportiert. Beeindruckend ist der Baustil des Hofes, es ist eine Symbiose aus estnischer und schwedischer Architektur.
Halbinsel Kõpu
Diese Halbinsel liegt an der Westseite der Insel. Sie erstreckt sich etwa 22 km in westliche Richtung, ihre Breite beträgt 6- 8 Kilometer. Dieser Teil der Insel ist von weitem aus sehr gut zu sehen, da die Natur hier einen Hügel mit etwa 68 m Höhe geschaffen hat. Auf dem höchsten Berg wurde dann der Kõpu tuletorn (Leuchtturm von Topu) erbaut. Das Leuchtfeuer ist sehr weit sichtbar, da es aus einer Höhe von 102 m seine Leuchtsignale in die Ferne schickt. Die Höhe von 102 m ergibt sich aus der Höhe des Plateaus mit 66 m und der Leuchtturmhöhe von 36 m. Das Leuchtfeuer des Kõpu tuletorn ist damit das höchste der Ostsee und bei schönem Wetter erblickt man es aus einer Entfernung von etwa 65 km. Der Leuchtturm ist das beeindruckendste Bauwerk der Insel. Es ist das Wahrzeichen der Insel Hiiumaa und viele tausend Besucher bestaunen jedes Jahr diesen Turm, mit dessen Bau man schon um 1505 begonnen hat. Erste Bemühungen, den Turm zu errichten, gab es von der Hanse schon um 1490. Der Grund waren die starken Untiefen vor der Küste durch die Hiiu Sandbank, die zu vielen Schiffsverlusten führte. Es dauerte jedoch noch einmal 26 Jahre bis der Leuchtturm 1531 seiner Bestimmung übergeben wurde. Bis heute wurde er mehrfach erneuert und er ist heute ein Aussichtspunkt, von dem aus man die ganze Insel und auch die Nachbarinsel Saaremaa erblicken kann.
Ortschaft Käina
Im Südosten der Insel liegt der kleine Ort Käina. Er ist der Geburtsort des Komponisten Rudolf Tobias. Er lebte von 1873 bis1916. Sein Geburtshaus ist heute ein kleines Museum.
Insel Kassari
Sie liegt im Südosten der Insel und ist über einen Damm von der Hauptinsel Hiiumaa aus zu erreichen. Ausgedehnte Schilflandschaft mit seltener Pflanzen- und Tierwelt erwartet den Besucher. Es gibt eine kleine Kirche und ein Museum, das man besuchen kann.
Gutsherrenschloss von Suuremõisa
Vom Fährhafen Heltermaa aus sind es etwa 6 km ins Inselinnere. Eine jahrhunderte alte Schwarzerlenallee führt zum barocken Schloss, das 1772 von der Adelsfamilie Stenbock erbaut wurde. Das Gebäude diente lange Jahre als Schule. Sehenswert ist auch der Schlosspark.
Tipp
Wer die Insel besucht und während der Saison einen Trip auf die Insel machen möchte, der sollte an den Wochentagen mit der Fähre übersetzen. Dann ist sie nicht überfüllt und man erhält die Tickets am Steg. Von Tallinn gehen auch in den Sommermonaten Inlandsflüge auf die Insel. Der Flughafen liegt im Norden der Insel bei Kärdla.
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