Estland – der Westen – Umgebung von Haapsalu
Haapsalu ist im weitesten Sinne eine Hafenstadt, sie liegt ganz im Westen auf dem Festland. Vom Hafen Rohuküla, der etwa 7 km westlich der Stadt Haapsalu liegt, gehen auch die Fähren zu den vor der Küste liegenden Inseln Hiiumaa, Vormsi und Saaremmaa. Die Stadt Haapsalu ist eine der ältesten Kurorte Estlands und die Region ist im Verhältnis zu anderen Gebieten des Landes dichter besiedelt. Wer den Kur- und Badeort Haapsalu als Ausgangspunkt einer Rundreise wählt, der kann einerseits die Hauptstadt Tallinn, in etwa 90 km Entfernung und den 160 km östlich liegenden Lahemaa Nationalpark sowie die Insellandschaft westlich des Ausgangsortes besuchen. Zu empfehlen ist auch ein Kuraufenthalt in Haapsalu, denn der hier vorkommende Heilschlamm wird seit fast 200 Jahren genutzt, um Rheuma sowie Knochen- und Gelenkerkrankungen zu heilen. Der Ort ist auch sehr sehenswert. Die im 19. Jh. erbauten Kurhäuser, Hotels und Sanatorien ziehen heute noch viele Touristen an. Die Kurpromenade der Stadt, mit ihren sehr schönen Gründerzeit- und Jugendstilvillen entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wer Haapsalu besucht und die Architektur der Stadt in sich aufnimmt, wird an das Flair eines Seebades des 19. Jh.s erinnert. Heute besitzt die Stadt etwa 12 000 Einwohner und in den Sommermonaten sind es manchmal dreimal so viele Besucher, die hier ihren Urlaub verbringen. Früher kam man hierher, um traditionelle Kuranwendungen zu nehmen. Heute gibt es ein breites Spektrum von Entspannungstherapien und Wellnessbehandlungen, die der Entspannung und somit der Erholung dienen. Die Stadt Haapsalu ist auch ein guter Ausgangspunkt für ein Inselhopping. Immer beliebter wird der Aktivurlaub, bei dem die Besucher mit dem Fahrrad oder zu Fuß die Inseln und die Küstenlandschaft erkunden. In der Umgebung kann man auch die Spuren des Mittelalters erkunden. Viele alte Burgen, Schlösser und Sakralbauten erwarten die Touristen.
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Reiseziele Estland – der Westen – Umgebung von Haapsalu kurz zusammengefasst:
- Insel Vormsi
- Burgruine Ridala
- Bischofsburg von Koluvere
- Burgruine von Kullamaa
- Kirbla
- Naturschutzgebiet Matsalu
- Lihula
- Karuse
- Stadt Virtsu
Mehr Informationen zu den Reisezielen:
Insel Vormsi
Zu deutscher Zeit hieß die Insel noch Worms. Sie ist die viertgrößte Insel Estlands und war seit Jahrhunderten hauptsächlich von Schweden bewohnt. Viele Bewohner sind während des Zweiten Weltkrieges aus Angst vor Repressalien aus Estland ausgewandert. Ein Schweden Museum in der Stadt Haapsalu erinnert an die Geschichte der schwedischen Besiedlung der Insel. Viele Besucher, die mit der Fähre von Rohuküla zur Insel übersetzen, machen Wanderausflüge. Noch heute sind die Namensschilder zahlreicher Dörfer schwedischen Ursprungs. Sollte einmal ein Schiffbrüchiger die rettende Insel erreichen, so könnte er glauben in Schweden angekommen zu sein. Man liest solche Namen, wie Borrby, Söderby oder Kärrslätt. Die flache Insel mit einer Fläche von etwa 100 km² ist zu großen Teilen mit Laubwald bedeckt. An Sehenswürdigkeiten gibt es eine Kirche im Ort Hullo, sie stammt aus dem 15. Jh., einen Riesenfindling bei Borrby und einen Leuchtturm aus dem Jahr 1864 in Saxby zu besichtigen. Nicht zu vergessen die herrliche Natur, die frische Luft und einmal andere Geräusche als Stadtlärm.
Burgruine Ridala
Etwa 10 km südöstlich von Haapsalu befindet sich an der Landstraße Nr. 31 der kleine Ort Ridala. Hier hat man die Reste einer altestnischen Ritterburg gefunden. Ihre Blütezeit war etwa im 1. Jahrtausend. Sehr sehenswert ist auch die alte Kirche von Ridala. Sie wurde zu Ende des 13. Jh. als einschiffiges Langhaus errichtet. Die Kirche besitzt keinen Kirchturm. Im Inneren kann man noch Fragmente alter Wandmalerei entdecken, die aus dem 14. Jh. erhalten geblieben sind. Weiterhin sehenswert sind die Kanzel aus der Zeit um 1665, eine Figur des Christus im Chorbereich aus dem 15. Jh. und ein barocker Altar, der um 1678 entstanden ist.
Bischofsburg von Koluvere
Um dieses historische Bauwerk zu besichtigen, befährt man die Landstraße Nr. 9 bis Risti und von hier aus auf der Landstraße Nr.10 in Richtung Süden bis zum Ort Koluvere. Einige Kilometer vor dem Ort erblickt man die Burgruine der einstigen Ordensburg. Seit 1439 gehörte sie dem Erzbischof von Ösel- Wiek. Im 15. Jh. wurde aus der Festungsanlage ein Konventgebäude. Durch Umleitung des Flusslaufes um die Stadt herum, entstanden einige Fischteiche. Im späteren 17. Jh. erfolgte ein nochmaliger Umbau zu einem Guts- Schloss. Nach der Verwüstung während der Revolution 1905 erfolgte der Wiederaufbau im neogotischen Stil. Sehr schön ist auch der Landschaftspark, der das Gutshaus umgibt.
Burgruine von Kullamaa
Nur etwa 10 km weiter, in Richtung Süden, liegt die Ortschaft Kullamaa. Hier gibt es noch Überreste einer altestnischen Burg und einer historischen Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert. Es war zur damaligen Zeit ein einschiffiger Kirchenbau, ohne Chor und Turm. Erst 1752 erhielt die Kirche eine Sakristei und 1870 einen neogotischen Turm.
Kirbla
Nach weiteren 20 km in südlicher Richtung, zum Fährhafen Virtsu, gelangt man in den kleinen Ort Kirbla. Hier kann man eine typische Glint- Landschaft besichtigen. Auf einer breiten Front erblickt man eine senkrecht abfallende Felskante. Der Höhenunterschied beträgt zum Teil mehr als 20 m und erstreckt sich in nördlicher und nordwestlicher Richtung. Die Esten nennen das Gebiet „Berg von Kirbla“. Neben der tektonischen Besonderheit wachsen in dem Gebiet auch sehr viele seltene Pflanzen. Wer den Felsabsatz erklimmt, der hat einen sehr schönen Ausblick auf die Flusslandschaft und die Bucht. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Auenlandschaft in dieser Region. Sie wird durch den Fluss Kasari gebildet und ist zugleich die östlichste Grenze des Matsalu Naturreservates.
Naturschutzgebiet Matsalu
Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über eine etwa 30 km lange Bucht, in deren östlichstem Zipfel das Flussdelta des Kasariflusses liegt. Die Gesamtfläche des Reservates umfasst etwa 490 km² . Es ist eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete Nordeuropas. In der kleinen Ortschaft Penijõe gibt es ein kleines Museum und die Reservatsverwaltung. Wer Interesse hat, der kann an geführten Bootstouren oder Wanderungen teilnehmen, um die einzigartige Landschaft und Vogelwelt kennen zu lernen. Im Frühjahr und Herbst rasten in diesem Gebiet Millionen von Zugvögeln auf ihrem Weg von oder nach dem Süden.
Lihula
Etwa 10 km südlich des Kasari- Flusses liegt die kleine Stadt Lihula. Sie ist die größte Stadt in der Region Läänemaa. Im 12. und 13. Jh. bestand hier eine bedeutende estnische Siedlung, die durch die Schweden um 1220 erobert wurde. Von der Burg, die im 13. Jh. hier stand, sind nur noch die Überreste geblieben. Auf dem Schlossberg steht heute, an Stelle der Burg, ein Herrenhaus, das um 1820 erbaut wurde. In diesem klassizistischen Bau ist jetzt das Naturkundemuseum der Stadt untergebracht. Sehenswert ist auch, die in der Nähe des Gutshauses stehende neogotische Elisabethkirche. Sie wurde 1876 ihrer Bestimmung übergeben.
Karuse
Etwa 20 km weiter, in Richtung Virtsu, liegt der kleine Ort Karuse. Hier gibt es eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Im 19. Jh. wurde der Kirchenbau erneuert. Von dem alten Gotteshaus sind nur noch die Gewölbe und ein Teil der Fensterwölbungen erhalten geblieben. Auf der Weiterfahrt nach Virtsu, nur ein paar Kilometer hinter der Ortschaft Karuse, fand man bei archäologischen Ausgrabungen Steinkistengräber. Aus der Siedlungszeit um 1000 v. Chr. sind noch die Überreste von landwirtschaftlichen Flächen und ein Friedhof für Feuerbestattungen gefunden worden. In der Nähe liegt auch der kleine Ort Hanila. Erstmals erwähnt wurde die Siedlung um 1154 unter dem Namen Anhel. Eine aus dem 13. Jh. stammende Kirche, die im gotischen Stil erbaut wurde, ist ebenfalls sehenswert. Der Ort besitzt auch ein kleines Heimatmuseum, in dem über die Geschichte der Region informiert wird.
Stadt Virtsu
In der kleinen Hafenstadt Virtsu endet die Landstraße Nr.10. Von hier verkehren die Fähren zu den benachbarten Inseln Muhu und Saaremaa. Die Landschaft rund um die Stadt ist geprägt von ausgedehnten Strandwiesen und Wacholderheidelandschaft. Die Halbinsel, auf der die Stadt liegt, ist von Steinen übersäht. Die Stadt, die erst am Ende des 19. Jh. entstanden ist, lebt vom Fährhafen und der Fischerei. Im Mittelalter kamen noch der Schmuggel und die Seeräuberei als Einnahmequelle hinzu. Im 15. und 16. Jh. gehörte das Gebiet um Virtsu dem Geschlecht derer von Uexküll, es wurde erstmals um 1459 erwähnt. Der alte Adelssitz ist heute nur noch als Ruine vorhanden, da die Schweden die Feste um 1534 zerstörten. Man erkennt die Überreste in etwa zwei km Entfernung von der Stadt, direkt am Stand liegend.
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