Reiseziel Deutschland
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Deutschland – Sachsen Anhalt – Lutherstadt Wittenberg

Schon im 16. Jh. stand die ehrwürdige Universitätsstadt Wittenberg hoch im Kurs bei den Studenten. Glaubt man den Worten des Magisters Meinhardi, so zähle Wittenberg zu den schönsten, ruhmvollsten, berühmtesten und herrlichsten Städten im Mittelalter. Damals nannte man Wittenberg auch Albioris. An die ruhmreiche und berühmte Geschichte der Stadt erinnern eine Vielzahl von historischen Gebäuden, die der Stadt auch heute noch ein besonderes Flair geben.  Viele der Renaissance- und Barockbauten, die hier in den letzten 20 Jahren wieder im neuen Glanz erstrahlten, geben Zeugnis der einstigen Bedeutung Wittenbergs. Viele Namenstafeln an den historischen Gebäuden zeugen vom Zentrum der geistigen Kultur und zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten, die der Stadt zu historischer Bedeutung verholfen haben. Bei einem Besuch des altehrwürdigen Stadtzentrums sind die historischen, steinernen Zeitzeugen im Zentrum der Stadt aneinandergereiht. Von der Schlosskirche aus, mit der weltberühmten Tür, an der Luther seine 95 Thesen veröffentlichte sowie den beiden Grabstätten im Inneren der Schlosskirche, wo die Berühmtheiten Luther und Melanchthon geehrt werden, gelangt man über die Schlossstraße zum Markt. Hier beeindrucken zur Linken, dass Rathaus und die davor stehenden Denkmäler von Luther und Melanchthon und zur Rechten die Höfe der Familie Cranach und das Cranachhaus. Nur wenige Schritte auf der Collegienstraße und man befindet sich vor der Stadtkirche, in deren Innerem ein eindrucksvoller Cranach – Altar den Betrachter beeindruckt. Am östlichen Ende der historischen Altstadt gelangt man zu den Wohnhäusern von Dr. Martin Luther und von Prof. Philipp Melanchthon. Wer Wittenberg besucht, wird feststellen, dass die Stadt ein Freilichtmuseum der Weltgeschichte ist, die ohne Zweifel zu recht im Jahr 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde.

Reiseziele Deutschland – Sachsen Anhalt – Lutherstadt Wittenberg kurz zusammengefasst:

- Geschichte der Lutherstadt Wittenberg

Sehenswürdigkeiten der Lutherstadt Wittenberg
- Das Schloss von Wittenberg
- Julius – Riemer – Museum
- Die Schlosskirche von Wittenberg
- Thesentür der Schlosskirche
- Haus der Geschichte
- Cranachhöfe / Cranachhäuser
- Marktplatz mit Rathaus
- Kirchplatz mit Bugenhagenhaus
- Fronleichnamskapelle
- Stadtkirche St. Marien
- Jüdische Gedenkstätte
- Melanchthon – Haus
- Collegium
- Lutherhaus
- Luther – Gymnasium / Entwurf von Friedensreich Hundertwasser

Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung der Lutherstadt Wittenberg
- Wörlitzer Park

mehr zum Reiseziel:

Geschichte der Lutherstadt Wittenberg

Es war der Askanier „Albrecht der Bär“, der von Kaiser Lothar III. als Markgraf der Altmark eingesetzt wurde. 1157 eroberte er das Gebiet des späteren Brandenburg von den Slawen. Er lies in der Folge das Gebiet schützen und missionierte die Slawen zum christlichen Glauben. Wittenberg wurde nur wenig später, im Jahr 1183, erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname Wittenberg stammt aus dem niederdeutschen Sprachraum. Seit dem 15. Jh. diente die Stadt als kurfürstliche Residenz. Sie liegt in strategisch günstiger Lage an zwei sich kreuzenden Handelswegen und direkt an der Elbe. Als kurfürstliche Residenz Friedrich des Weisen entwickelte sich Wittenberg zu einem geistig - kulturellen Zentrum. Die kluge Politik des Regenten führte im Jahr 1502 zur Gründung der Universität. Im 16. Jh. waren es so bedeutende Reformatoren wie Luther und Melanchthon, die Wittenberg zum Zentrum des geistigen Lebens in Europa werden ließen. Bis weit über das 16. Jh. hinaus war Wittenberg ein historisches Zentrum der reformierten Kirche. Die Stadt spielte eine bedeutende Rolle in Kirche, Wissenschaft und Kultur. Dieser Bedeutung verdankt die Stadt auch ihren Namenszusatz „Lutherstadt“, den sie offiziell 1938 erhielt. Als Mönch und späterer Professor lebte Martin Luther seit 1511 im Augustiner - Kloster im Osten der Altstadt. Einen bedeutenden aber kurzen Zeitabschnitt seines Lebens verbrachte er auf der Wartburg bei Eisenach. Hier lebte er von 1521 bis 1522 im Verborgenen und übersetze in nur 11 Monaten das Neue Testament in die deutsche Sprache. Danach kehrte er nach Wittenberg zurück, heiratete und erhielt 1525 das Klostergebäude vom Kurfürsten als Schenkung. Beeindruckend ist, dass Luthers Wohnzimmer heute noch im Original erhalten ist. Mit der Wiederbelebung nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten gewannen die lutherischen Ideen in Kultur und Gesellschaft wieder an Bedeutung. Die Universität der Stadt erhielt den Namen „Leucorea“, eine Stiftung des öffentlichen Rechts an der Martin – Luther - Universität Halle Wittenberg, die die Tradition der Erstgründung von 1502 durch Kurfürst Friedrich III. seit 1996 mit neuem Leben erfüllt. Wer die Stadt besucht, erhält den Eindruck, dass mehr und mehr ein internationales Flair Einzug in den alten Mauern hält. Ein weiteres Highlight Wittenbergs ist das von Friedensreich Hundertwasser umgestaltete Luther – Gymnasium. Der weltbekannte Wiener Künstler gestaltete das Bauwerk 1999 nach seinen eigenwilligen Architekturvorstellungen und sorgte so dafür, dass viele Besucher das einzigartige Bauwerk in der Lutherstadt besuchen.

Sehenswürdigkeiten der Lutherstadt Wittenberg

Das Schloss von Wittenberg

Der Schlossbau, wie er sich heute zeigt, ist nur in den Hauptzügen erhalten geblieben. Er stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Der Bau wurde durch Friedrich den Weisen veranlasst und1489 begonnen. Man vermutet, dass der Architekt und Baumeister Konrad Pflüger federführend wirkte. Einen Namen machte sich Pflüger beim Bau der Albrechtsburg in Meißen. Das Wittenberger Schloss zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Frührenaissance im mitteldeutschen Raum. Baugeschichtlich ist der südlich gelegene Teil des Schlosses, auch Elbflügel genannt, um 1489 entstanden. 1495 war der Elbflügel fertig gestellt und in den Folgejahren erbaute man den Westflügel und den südlichen Turm des Schlosses. Die Ausgestaltung erfolgte durch berühmte Künstler des 16. Jahrhunderts. Friedrich der Weise ließ die Bibliothek und die „geschnitzte Stube“ während dieser Zeit kunstvoll gestalten. Noch heute zeugt ein Werk von Lucas Cranach d. Ä. von den Architekturbesonderheiten am Schlosskirchturm, wie er um 1508 bestanden hat. Schon während des Schmalkaldischen Krieges 1546 wurde der Kirchturm zu einer Geschützplattform umgestaltet. Der Schlossbau wurde dann um 1525 mit dem östlichen Bauabschnitt, einem niedrigen Vorschloss, beendet. Nach dem Tod von Friedrich dem Weisen übernahm sein Bruder die Herrschaft und wählte nicht Wittenberg sondern Torgau als Wohnsitz. Wittenberg verlor während dieser Zeit an Einfluss und Bedeutung. In dieser Phase zierten Spitzkuppeln die Türme von Schloss und Schlosskirche. Ein großer Holzschnitt im Lutherhaus zeigt noch diese Silhouette des Schlosses und der Kirche. Schwere Verwüstungen der Stadt entstanden durch den Beschuss im Siebenjährigen Krieg. 1760 wurde der Kirchturm der Schlosskirche durch einen Brand vernichtet. Auch der wieder aufgebaute Barockturm wurde 1813 zerstört. Ab dem Jahr 1819 wurde das Schloss zur preußischen Zitadelle umgebaut und die Bauelemente aus der Entstehungszeit wurden vernichtet. Während des Ersten Weltkrieges diente das Schloss als Kaserne und später zu anderen zivilen Zwecken. Heute sind leider nur noch die Treppenhäuser im Innenhof aus der Entstehungszeit erhalten geblieben.

Julius – Riemer – Museum

Dieses Natur- und Völkerkundemuseum ist im Westflügel des Schlosses untergebracht. Neben dem reformationsgeschichtlichen Aspekt in der Stadt ist das Julius – Riemer – Museum ein Kulturangebot mit völkerkundlichem Charakter. Julius Riemer, ein leidenschaftlicher Sammler naturkundlicher Exponate, beschäftigte sich intensiv mit der Evolutionsgeschichte in der Tierwelt. Eine umfangreiche Primatensammlung sowie eindrucksvolle Präparate erwarten den Besucher.

Die Schlosskirche von Wittenberg

Von dem einstigen Kirchenbau, der zur Zeit Luthers bestanden hat, ist fast nichts erhalten geblieben. Die Kirche und die Thesentür sind nicht mehr im Original erhalten. Beides stammt aus dem 19. Jahrhundert. Kurfürst Friedrich der Weise lies den repräsentativen Kirchenbau um 1498 von Konrad Pflüger, den meistbeschäftigten spätgotischen Baumeister Deutschlands, erbauen. Die Fertigstellung erfolgte jedoch erst 1507. Das Gotteshaus wurde prachtvoll mit Werken deutscher, niederländischer und italienischer Meister ausgestattet. Der Hauptaltar stammt von Lucas Cranach d. Ä. und ist zwischen 1515 und 1520 entstanden. Neben dem Hauptaltar soll es zu dieser Zeit noch etwa 19 Nebenaltäre gegeben haben, die heute nicht mehr vorhanden sind. Heute finden wir noch das Grabmal Friedrich des Weisen in der Schlosskirche. Es ist ein Meisterstück der Frührenaissance, das von Peter Vischer d. J. erschaffen wurde. Auch die beiden Alabasterstatuen der Kurfürsten sind der Nachwelt erhalten geblieben. Sie stammen von einem unbekannten Künstler, der durch Einflüsse der Cranach Schule geprägt ist. Als Stift Allerheiligen war die Schlosskirche auch der Ort für die Aufbewahrung der Reliquiensammlung des Fürsten. Im Wittenberger Heiltumsbuch sind über 5000 Gegenstände vermerkt. Darunter sind Knochen, Zähne und ein Vielzahl anderer Reliquien vermerkt. Sogar die Milch der Jungfrau Marie sowie edle Gefäße sollen sich unter den Reliquien befunden haben. Ab 1523, unter dem Einfluss von Luther, wurden die Reliquien nicht mehr öffentlich zur Schau gestellt und verehrt. Mit der Reformation und der Gründung der Universität (Leucorea) wurde die Stifts- und Schlosskirche immer mehr ein Ort feierlicher Amtshandlungen. Der Altarraum wurde zum Vorlesungsraum, wo unter anderem auch Martin Luther 1512 zum Doktor der Theologie promovierte. Auch der engste Vertraute Luthers, Philipp Melanchthon, hielt in der Schlosskirche 1518 seine Antrittsrede. Mit der Spaltung der Kirche wurde der Reichtum aus der lutherischen Kirche weitestgehend entfernt. Es war die Zeit der Bilderstürmer, die dafür sorgte, dass wertvolle Teppiche, Leuchter, Vorhänge, Reliquienschreine und sakraler Reichtum aus der reformierten Kirche verbannt wurden. Um 1720 zählte man noch etwa 100 Ausstattungsstücke und nach dem Brand des Lutherhauses 1760 waren es nur noch 15 Gegenstände. Das große Kruzifix Riemenschneiders und die Historische Thesentür wurden durch den Brand ebenfalls vernichtet. Ein wesentlicher Teil des Kirchenschatzes ging in das kurfürstliche Eigentum über. In den Jahren 1767 bis 1770 wurde die Schlosskirche notdürftig wieder aufgebaut aber schon 1813 abermals zerstört. Im Jahr 1815, anlässlich der 300. Jahresfeier der Reformation, wurde, im Beisein des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III., die Kirche wieder eröffnet. Der Kirchenbau, so wie wir ihn heute betrachten können, entstand mit den Umbauarbeiten 1885. Im Ergebnis entstand der 88 m hohe Turm mit Mosaikfries. Es ist der erste Vers des Lutherliedes “Ein’ feste Burg ist unser Gott, ein’ gute Wehr und Waffen“, den man am Turm lesen kann. Das Mosaik wurde aus 72 000 Mosaiksteinen zu 1,75 m hohen Buchstaben zusammengesetzt. Wer sich in den Sommermonaten in der Stadt aufhält, der kann die Sandsteingalerie des Turmes besteigen. Von oben hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und das Umland.
Das Kircheninnere betritt man heute durch das Seitenportal zwischen Kirchturm und Thesentür. Im Inneren wird das von Wittenberg ausgehende Reformationswerk gewürdigt. Auf Kandelabersäulen, die sich vor den Emporepfeilern befinden, sind die Stadtbilder bedeutender Männer der Reformation verewigt. Auf der linken Seite findet man die Büsten von Nicolaus Spalatin, Johannes Bugenhagen und Pilipp Melanchthon und auf der rechten Seite Caspar Cruciger, Johann Brenz, Justus Jonas und Martin Luther. In den Winkeln der Arkaden sind 22 Medaillons angebracht, die an die großen Reformer der Geschichte erinnern. Unter anderem wird an Jan Hus, Lucas Cranach d. Ä. und Albrecht Dürer erinnert. Auf der Empore befinden sich noch 52 Fürstenwappen, die auf Adelsfamilien verweisen, die im Sinne der Reformation gewirkt haben. Im farbig bemalten Glas der Fenster sind 128 Wappen von Städten verewigt, die im Sinne der Reformation wirkten. Neben der Ehrung der Reformationsanhänger gibt es aber noch weiteres Sehenswertes zu betrachten. Sieht man zur Empore, so erblickt man die Ladegast – Orgel. Sie stammt aus dem Jahr 1863 und wurde in den Jahren 1992- 94 technisch verändert und restauriert. Sehr beeindruckend aber mit sachlicher Ausstrahlung wirken das kunstvolle Fürstengestühl und die Kanzel. Auch der Kaiserstuhl für Wilhelm II. ist ein beeindruckendes Werk wittenbergischer Bildhauerkunst. Ein weiterer Anziehungspunkt im Inneren, ist das Grab Martin Luthers. Es befindet sich neben der Predigtkanzel unter einem Sockel. Man erkennt es an der schlicht gehaltenen Bronzetafel. Martin Luther verstarb am 18. Februar 1546 in Eisleben und wurde vier Tage später in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt. Sein engster Vertrauter Philipp Melanchthon hat ebenfalls seine letzte Ruhe in der Schlosskirche gefunden, in der auch Luthers Frau begraben wurde.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche- Turm mit Mosaikfries

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche- Altarraum

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche - Dr. Martin Luther

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche - Grab von Dr. Martin Luther

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche - Gedenkplatte beim Grab von Dr. Martin Luther

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche - Kanzel

Thesentür der Schlosskirche

Aus Liebe zur Wahrheit und dem Wunsch sie an den Tag zu bringen, soll Martin Luther seine Thesen am schwarzen Brett der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg veröffentlicht haben. Der Überlieferung nach schlug Luther seine Thesen an das schwarze Brett der Universität, also der Schlosskirchentür. Heute wird dieser Vorgang bezweifelt. Man nimmt an, dass Luther seine Thesen in Schriftform versandt hat. Wie auch immer das Volk im 16. Jh. aufgeklärt wurde, entscheidend war der Inhalt seiner Botschaft. Mit seinen revolutionären Ideen griff er das bestehende System der katholischen Kirche an. Er kritisierte die praktizierte Glaubensform der katholischen Kirche und lehnte den Ablasshandel, das Freikaufen von Sünden, ab. Er forderte die Gläubigen auf Buße zu tun und das ganze Leben gottesfürchtig und in Bescheidenheit zu leben. Wer den Armen gibt, oder den Bedürftigen leiht, handelte nach Luthers Auffassung besser, als wenn er Ablässe kauft. Auch das Verhältnis von „Sünde“, „wahrer Reue“ und „ vollständiger Vergebung“ von Strafe und Schuld erhält durch den Reformator eine neue Bedeutung. Luthers Thesen waren und sind heute noch ein Politikum. Er kritisierte das geltende Kirchenrecht seiner Zeit und beschnitt damit nicht unwesentlich die Einnahmequellen der katholischen Kirche. Die historisch bedeutende Thesentür existiert nicht mehr, sie wurde um 1760 durch den Brand im Lutherhaus vernichtet. Um 1760 sind vom Portal nur noch spätgotische Profile übrig geblieben.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Schlosskirche - Thesentür

Haus der Geschichte

Verlässt man die Schlosskirche, so gelangt man auf dem Schlossplatz, der rechter Hand in die Schlossstraße übergeht. Von hier aus gelangt man zum Zentrum der Altstadt von Wittenberg. Bevor man zu den historisch altehrwürdigen Sehenswürdigkeiten gelangt, kommt man zum Haus der Geschichte. Hier erhält der Besucher einen Einblick in das Leben der Menschen in der Zeit von 1940 bis 1989. Es ist die Nachkriegszeit, das Leben der Menschen und der Alltag in der DDR, den das Museum zeigt.

Cranachhöfe / Cranachhäuser

Nur wenige Schritte vom Haus der Geschichte entfernt, in der Schlossstraße1, befindet sich die ehemalige Malwerkstatt Lucas Cranachs d. Ä. Hier ist auch die Bronzeplastik Lucas Cranach d. Ä. vor der Malwerkstatt aufgestellt. Cranach kaufte das Anwesen 1518, nachdem er schon die am Marktplatz 3 und 4 gelegenen Grundstücke besaß. Es war zur damaligen Zeit das größte bebaute Grundstück der Stadt. Cranach eröffnete eine Apotheke und erhielt das Monopolrecht für den Handel mit Gewürzen, Kräutern, Konfekt, Zuckerwaren und Wachs.
Es war die Quelle des Reichtums der Fam. Cranach. Missgunst und Neid verstärkten sich noch mit dem Handel von Wein. In den Folgejahren wurden die Hofgebäude umgebaut und es entstand unter anderem eine große Malwerkstatt. In der Zeit von 1515 bis 1586 entstanden in der Werkstatt viele Bilder für die Fürstenhöfe von Weimar, Dresden, Berlin und Dessau sowie die Fürstenhäuser Europas. Im Cranachhaus Markt 4 befindet sich der Sitz der Cranachstiftung. Hier wird auch eine Dauerausstellung Lucas Cranach d. Ä. gezeigt.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Cranachhaus am Markt 4 - im Hof

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Cranachhöfe - Schlossstraße 1

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Cranachhöfe - Schlossstraße 1

Marktplatz mit Rathaus

Selten hat man einen solch großzügig angelegten Marktplatz gesehen. Im Norden des Platzes dominiert die helle Fassade des Rathauses, das im Renaissance Stil erschaffen wurde. Im Osten, Süden und Westen wird der Platz in großzügigem Abstand von Bürgerhäusern eingerahmt. Das Rathaus selbst besitzt eine deutlich gegliederte Fassade. Es zählt mit den gotischen und Renaissanceeinflüsse zu den schönsten Bauten im mitteldeutschen Raum. Ein Vorgängerbau aus dem 14. Jh. ist heute nicht mehr zu lokalisieren. Der heutige Bau entstand mit der Grundsteinlegung im Jahr 1523. Bis zur Fertigstellung dauerte es dann noch bis zum Jahr1541. Nach Fertigstellung diente es neben der Hauptfunktion als Rathaus auch als Gefängnis, Eichamt und Kämmerei. Auch eine Schenke war in den Kellerräumen untergebracht.
Auf dem Rathausplatz befinden sich noch die beiden großen Standbilder der Reformatoren Luther und Melanchthon, sie stehen auf dem südlichen Teil des Marktplatzes. Im westlichen Bereich befindet sich noch der überdachte und mit vier Säulen und Baldachin verzierte Marktbrunnen.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Rathaus

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Rathausportal

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Röhrwasserbrunnen am Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Standbild von Melanchthon am Marktplatz

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Röhrwasserbrunnen am Holzmarkt

Kirchplatz mit Bugenhagenhaus

Östlich des Marktplatzes schließt sich der Kirchplatz mit der Stadtkirche St. Marien und der Fronleichnamskapelle an. Erst nach der ersten Hälfte des 16. Jh.s gab es eine Häuserzeile, die den Marktplatz vom Kirchplatz räumlich trennte. Im Norden des Rathaus und des Kirchplatzes verläuft die Jüdenstraße. Früher gab es in diesem Bereich der Stadt viele Schulen. Im Osten des Kirchplatzes findet der Besucher noch das Bugenhagenhaus. Als bekennender Reformator sorgte Dr. Johannes Bugenhagen für die Verbreitung des lutherischen Reformationsgedankens. Er war Pfarrer an der Stadtkirche, Universitätslehrer und später Generalsuperintendent des Kurkreises.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Kirchplatz - Denkmal Dr. Johannes Bugenhagen

Fronleichnamskapelle

Das Kellergewölbe der Kapelle diente als Gruft, in der die Sarkophage übereinander gelagert wurden. Bis zum Ende des 18. Jh.s wurden der Kirchhof und die Kapelle noch als Beerdigungsstätte benutzt. Der relativ kleine Backsteinbau besitzt im Osten einen achteckigen Turm und an der gegenüberliegenden Seite einen dreiseitigen Chor. Die Kapelle, wie auch die Stadtkirche, besitzen an den Außenwänden in das Mauerwerk einbezogene Grabsteine. Diese stammen aus der Zeit der Einebnung des Friedhofs. Auf dem Friedhof haben sehr bedeutende Persönlichkeiten der Reformationszeit ihre letzte Ruhe gefunden.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Fronleichnamskapelle

Stadtkirche St. Marien

Die ältesten Teile der Stadtkirche St. Marien stammen aus dem 13. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 13. Jh.s war Wittenberg ein Wallfahrtsort. Von den Erlösen und Spenden der Gläubigen finanzierte man den Bau der Kirche. Den Kirchenbau aus dem 13. Jh. erweiterte man zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Der Altarraum blieb erhalten und wurde durch einen quadratischen Hallenanbau erweitert. Das Mittel- und die Seitenschiffe werden durch achteckige Pfeiler getrennt. Im Westen des Kirchenbaues dominieren die quadratischen Grundmauern der beiden 60 m hohen Türme. Das Westportal wird von einem Tympanon- Relief verziert. Es stellt Maria dar und wird deshalb auch Marienportal genannt. Im Inneren gibt es auch bedeutende Sehenswürdigkeiten. Die Holzkanzel des Reformators, von der er wöchentlich predigte, ist seit 1883 eine Leihgabe an das Lutherhaus. Von der Kanzel der Stadtkirche predigte Luther 1525 erstmals auch in deutscher Sprache zum Volk. Beeindruckend ist auch das Taufbecken aus Bronze. Es ist ein bedeutendes Werk Hermann Vischers d. Ä. Das Werk trägt spätgotische Gestaltungselemente mit Zügen der Frührenaissance. Das kostbarste Inventar der Stadtkirche ist jedoch der berühmte Cranach – Altar . Der mittlere Teil stammt aus der Zeit um das Jahr 1530 und ist ein Werk Cranachs d. Ä. Die Seitenflügel des Altars und die Predella sind wahrscheinlich ein Werk Cranachs d. J. Der Altar ist nach Auffassung von Experten ein bildhafter Ausdruck der neuen Lehre Luthers. Der Betrachter wird in die Zeit des 16. Jh.s versetzt und in den biblischen Szenen werden die Reformatoren dargestellt. Das Predella Gemälde zeigt Luther als Prediger auf der Kanzel im rechten Bildteil. Seine Hand zeigt auf den gekreuzigten Jesus, der symbolhaft mittig angeordnet ist. Im linken Bildteil werden die Zuhörer dargestellt. Unter den Zuhörern soll man vorn links auch Luthers Frau Katherina mit dem kleinen Sohn Hans erblicken können. Die Gemälde auf der Rückseite des Altars sind von Lucas Cranach d. J. Sie sind inhaltlich und qualitativ niedriger einzuordnen. Links neben dem Altar ist noch ein sehenswertes Alabasterrelief zu sehen, dass nach Entwürfen Cranachs d. J. gefertigt wurde.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St.Marien

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St.Marien

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St.Marien - Tympanon

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien - Cranachaltar

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien - Cranachaltar Rückseite

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien - Cranachaltar - Predella - Gemälde

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Stadtkirche St. Marien - Taufbecken

Jüdische Gedenkstätte

Auf dem Kirchplatz, in der Nähe der Südseite des Chors, wurde 1988 eine Gedenktafel in das Kopfsteinpflaster eingelassen. Die Tafel erinnert an das unsagbare Leid und die begangen Untaten an der jüdischen Bevölkerung.

Melanchthon – Haus

Sehr nah beieinander liegen im Osten der Collegienstraße das Melanchthon Haus und das Augusteum. Das Melanchthon - Haus zählt zu den schönsten historischen Bürgerhäusern der Stadt Sehr schön kommen die unterschiedlichen Baustile an der Fassade zur Geltung. So sind die Fenster spätgotisch gefasst und der Giebelaufsatz rundbogenförmig gestaffelt. Im Eingangsbereich findet man eine Sitznische, die durch eine horizontal zweigeteilte Eichentür zur Straße einen Abschluss findet. Philipp Melanchthon wurde 1497 in der kurpfälzischen Kleinstadt Bretten geboren. Er war sehr begabt und wurde durch seinen Großvater privat unterrichtet. In Pforzheim erlernte er die griechische Sprache und war schon als knapp dreizehnjähriger Student an der Universität Heidelberg, wo er auch seinen Abschluss machte. Danach wechselte Melanchthon nach Tübingen, bis er vom Kurfürsten Friedrich der Weise nach Wittenberg berufen wurde. Schon mit 21 Jahren arbeitete Melanchthon gemeinsam mit Luther an der Übersetzung griechischer Texte und lehrte die neue biblische Theologie. Das Studium der Theologie und die Lehrtätigkeit faszinierten Melanchthon aber die Wohn- und Lebensbedingungen waren schlecht. Erst als Melanchthon Wittenberg für immer verlassen wollte, erhielt er ein neues Haus (Gelehrtenhaus) und wurde ein Vollbürger mit allen Rechten der Stadt. Durch seine langjährige Tätigkeit wurde aus dem Humanisten und Philologen auch ein Theologe und Pädagoge. Trotz eines 14 jährigen Altersunterschiedes waren Luther und Melanchthon eng befreundet, obwohl teilweise große Differenzen zwischen ihren Auffassungen bestanden. Heute ist das Melanchthon – Haus ein Museum und die Dauerausstellung zeigt die Person Melanchthon als Humanisten.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Melanchthon - Haus

Collegium

Heute ist vom ehemaligen Collegium, der Leucorea, nur noch das ehemalige Sandsteinportal erhalten geblieben. Das dreigeschossige Gebäude entstand in den Jahren 1842 bis 1843. Bis in unsere heutige Zeit hat sich der Name Friderizianum, in Gedenken an den Gründer der kurfürstlichen Universität, Friedrich den Weisen, erhalten. 1502 war es Kaiser Maximilian I., der die Gründungsurkunde unterzeichnete. Zuerst waren es die Mönche des Franziskanerklosters, die als Professoren unterrichteten. Ihr Kloster diente als Lehranstalt. Um 1502 wurde das Schwarze Kloster geschaffen, in dem die ersten Augustinereremiten lebten. 1503 begann man mit dem Bau des alten Collegiums. Der Bau stand südlich der Collegienstraße im Hofbereich. Das Neue Collegium entstand dann 1509 bis 1513 im Bereich der Hauptstraße. Im Gebäude entstanden Hörsäle und Seminarräume. Im Obergeschoss wurden die Studenten untergebracht. Vom Hof der Universität führte ein direkter Zugang zum Melanchthon – Haus . Ständige Platznot führte zur Neugründung und Ausgliederung der juristischen Fakultät. Der Ansturm auf die Universität war enorm. 1536 gab es schon über 5 000 Immatrikulationen und der Platz reichte trotz Einbeziehung des Lutherhauses nicht aus. Erst mit dem Neubau des Augusteums entspannte sich die Situation. Der Erweiterungsbau geht auf Kurfürst August I. von Sachsen zurück. Er beherbergt heute das Predigerseminar der evangelischen Kirche, eine der ältesten postgradualen Ausbildungsstätten. Seit 1598 ist die ehemalige Universitätsbibliothek im Augusteum untergebracht. Sie ist heute die Bibliothek des evangelischen Predigerseminars mit über 100 000 Bänden, eine der größten Kirchenbibliotheken Deutschlands. Zu Beginn des 19. Jh.s veranlasste die Universitätsleitung die Verlegung des Unterrichtes nach Meißen, Dresden und Freiberg. 1817 wurde das Collegium auf königliche Order geschlossen. Erst 1933 verwies der Name „Martin – Luther – Universität Halle – Wittenberg“ auf die historischen Wurzeln und die jahrhunderte alten Tradition. Der alten Tradition zu Bildung junger Menschen wurde im Jahr 1994 mit der Gründung der „Stiftung des öffentlichen Rechts an der Martin – Luther – Universität“ Rechnung getragen. Seit 1996 gibt es wieder einen Lehrbetrieb an der Universität in Wittenberg.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Sandsteinportal zum Hof der Leucorea

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Augusteum

Lutherhaus

Als unbedeutender Mönch kam Martinus Lüder im Jahr 1507 nach Wittenberg, wo er im Augustinerkloster lebte. Wegen ihrer schwarzen Mönchskutten nannte man das Kloster auch „Schwarzes Kloster“. Friedrich der Weise benötigte zu jener Zeit für seine neu gegründete Universität Lehrer und wählte aus den Reihen der Mönche auch Luther aus. Später, nach der Heirat Luthers mit Katharina von Bora im Jahr 1525, wurde das Klostergebäude der Wohnsitz der Familie Luther. 1532 erhielt er das Haus vom Fürsten übereignet. Nach dem Ableben Luthers ging das Haus in das Eigentum der Universität über. Das Gebäude verfiel zusehends. Ab 1655 wurde das ehemalige Wohnhaus schon als „Museum Lutheri“ bezeichnet und 1712 besuchte sogar Zar Peter der Große Wittenberg und das Lutherhaus. In der nachfolgenden Zeit, bis in das 19. Jh. wurde das Gebäude mehrfach für andere Zwecke benutzt. 1844 begannen die Umbauarbeiten zu einem repräsentativen Gebäudekomplex. Friedrich August Stüler, ein bedeutender Meisterschüler Schinkels, war der Architekt und Baumeister. Zu dieser Zeit entstand der große Hörsaal im neugotischen Stil. Der preußische König erwarb die „Luther- Erinnerungssammlung“, die zur damaligen Zeit im Besitz des Predigers C. F. Augustin war. Die Sammlung bestand aus etwa 1 200 Lutherdrucken und 6 826 Graphiken. Weitere 3 000 Drucke aus der Karl- Knaake Bibliothek wurden der Sammlung anlässlich des 400. Geburtstages von Martin Luther hinzugefügt. Zum Festakt der Eröffnung des Museums „Lutherhalle, wie das Museum seit dieser Zeit heißt, war auch der preußische Kronprinz als Festredner anwesend. In den nachfolgenden Epochen wurde die Sammlung zum Erbe Luthers weiter vervollständigt. Heute nach dem Umbau des Museumskomplexes betritt man das Museum nicht mehr durch die Rundbogenpforte sondern über einen neu gestalteten Seiteneingang. Sehenswert an der Rundbogenpforte sind die zwei unscheinbar angeordneten Reliefs. Zur Linken ist Luther mit Doktorhut und seinem Wahlspruch „In silencio et spe eritfortitudovestra“ (in Stillsein und Hoffnung würdet ihr stark werden) abgebildet. Und zur Rechten ist die Lutherrose als Relief abgebildet. Seit 1524 benutzte der Reformator die Lutherrose zur eindeutigen Signierung seiner Werke. Denn auch schon zu seiner Zeit war es üblich, Texte und Bücher zu fälschen bzw. zu plagiatieren. Die Bezeichnung Lutherhalle wurde durch Kronprinz Friedrich Wilhelm 1883 definiert. Wahrscheinlich um dem Reformator und seinem Werk eine gewisse Größe zu verleihen. Mit der Neueröffnung der Luthergedenkstätte im Jahr 2003 wählte man jedoch wieder den Begriff „Lutherhaus“.

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Lutherhaus

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Lutherhaus - Lutherrose

 

 

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Lutherstadt Wittenberg - Lutherhof - Katharina von Bora

Luther – Gymnasium / Entwurf von Friedensreich Hundertwasser

Nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser wurde die als Plattenbau errichtete Schule saniert und künstlerisch umgestaltet. Die Anregung zu diesem Projekt hatten die Gymnasiasten selbst. Mit einem Brief an den Künstler schilderten sie ihm ihr Vorhaben. Hundertwasser unterstützte die Wittenberger und es entstand ein außerordentliches Bauwerk mit einer „bewaldeten, bewandelbaren Dachlandschaft“. Man findet das Gebäude nördlich des Altstadtkerns.

Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung der Lutherstadt Wittenberg

Wörlitzer Park

Ein beliebtes Ziel, um in einer einzigartigen Garten- und Parklandschaft Ruhe und Erholung zu finden, ist der Wörlitzer Park. Er liegt etwa 24 km westlich der Stadt und wird von Elbauen umgeben. Die Wörlitzer Anlagen sind eine Meisterwerk der englischen Gartenbaukunst und sie stehen wegen ihrer Einzigartigkeit unter dem Schutz des UNESCO Kulturerbes. Mit der Gestaltung hat man 1763 begonnen und im Jahr 1800 war man im Wesentlichen mit der Anlage des Gartens fertig. Es waren die Reiseeindrücke Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt und Dessau, der seine Impressionen aus anderen europäischen Ländern mitbrachte und in Wörlitz gestalterisch umsetze. Hauptsächlich die Gartenbaukunst der Engländer, Italiener, Franzosen und Holländer haben so zur Einzigartigkeit und Schönheit der Parkanlage beigetragen. Die Wörlitzer Parkanlagen sind ein Beweis zeitloser Gartenarchitektur und viele Besucher lassen sich von der Schönheit faszinieren. Das ganze Jahr über besuchen jährlich Tausende den über 112 ha großen Park. Zu jeder Jahreszeit besitzt der Park seinen besonderen Reiz. Sehenswert ist das klassizistische Schloss. Es wurde in den Jahren 1769- 1773 erbaut und besitzt noch die originale Innenausstattung. Daneben gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten wie das Gotische Haus, der Venustempel, die Rousseau Insel und das Monument.

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