Deutschland - Sachsen - Anhalt - Naumburg (Saale)
Die Stadt Naumburg liegt im Süden des Bundeslandes Sachsen – Anhalt. Etwa 30 000 Einwohner leben im Saaletal 30 km nördlich von Jena. Naumburg ist Sitz des 1994 gebildeten Burgenlandkreises. Die Stadt befindet sich im Mittelpunkt des nördlichsten deutschen Weinanbaugebiets Saale – Unstrut. Die Stadt an der „Straße der Romanik“ ist umgeben von der idyllischen Burgen – und Weinregion an Saale und Unstrut. Mit ihren historischen Sehenswürdigkeiten gehört Naumburg zu den schönsten Städten Mitteldeutschlands. Eine charmante, liebevoll restaurierte Altstadt mit dem Dom St. Peter und Paul und die landschaftlich reizvolle Umgebung, vereint mit zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten, versprechen dem Besucher einen angenehmen und interessanten Aufenthalt.
Reiseziele Deutschland – Sachsen – Anhalt - Naumburg (Saale) kurz zusammengefasst:
- Geschichte von Naumburg
Sehenswürdigkeiten
- Der Dom St. Peter und Paul
- Die Ägidienkapelle
- Marktplatz
- Das Rathaus
- Die Residenz
- Das Schlösschen
- Der Marktbrunnen
- Die Wenzelskirche
- Stadtmuseum Hohe Lilie
- Das Nietzsche – Haus
- Marientor
- Marien – Magdalenen – Kirche
- Jüdengasse
- Stadtmauer
Ausflüge
- Blütengrund
- Schönburg
- Schellsitz
- Himmelswege
- Straße der Romanik
- Kloster und Kaiserpfalz Memleben
- Kloster Pforta in Schulpforte
- Weinstraße Saale - Unstrut
Feste
- Weinfeste
mehr zum Reiseziel:
Geschichte von Naumburg
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Naumburg im Jahr 1012. 1028 gab der damalige Papst Johannes XIX. seine Zustimmung zur Verlegung des Bistumssitzes von Zeitz nach Naumburg. Bis in das Jahr 1658 war Naumburg Bischofssitz. 1144 erhielt Naumburg die Stadtrechte. Bereits im Mittelalter war Naumburg ein bedeutender Handelsplatz an der Via Regia, es gab damals die Naumburger Messen. 1500 entwickelte sich Leipzig zum Messeplatz und Naumburgs wirtschaftlicher Aufschwung kam auch wegen des Dreißigjährigen Krieges zum Erliegen. Mitte des 16. Jh. fiel die Region an die Kurfürsten von Sachsen. Ab 1657 gehörte das Naumburger Stiftsgebiet bis 1718 zur Linie Sachsen- Zeitz. Danach fiel es endgültig an die Dresdner Kurlinie zurück. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel Naumburg an Preußen. In der Folgezeit kam die Industrialisierung nur schwach in Gang. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Bombenangriffe getroffen und auch Bereiche der Altstadt wurden zerstört oder schwer beschädigt. Zur DDR Zeit war Naumburg Industriestandort und Garnisonsstadt der Sowjetstreitkräfte. Seit dem Jahr 1990 gehört Naumburg zum neugebildeten Land Sachsen-Anhalt. Die Stadt ist außerdem seit 1994 Sitz des Burgenlandkreises, dem die Landkreise Naumburg, Nebra und Zeitz angehören. Seit 2007 gehört diesem auch der Landkreis Weißenfels an.
Sehenswürdigkeiten von Naumburg
Der Dom St. Peter und Paul
Der Dom St. Peter und Paul ist das meistbesuchte Kulturdenkmal an der „Straße der Romanik“. Der erste Dom, ein Vorgängerbau des heutigen Doms, wurde 1042 geweiht. Mit seiner romanisch – gotischen Architektur und insbesondere wegen seiner frühgotischen Monumentalskulptur und Bauornamentik gehört der Bau zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Mittelalters. Besonders beeindruckend sind die Mitte des 13. Jh., vom sogenannten Naumburger Meister geschaffenen Stifterstandbilder im Westchor, dessen bekannteste Ekkehard und Uta sind. Bau- und kulturgeschichtlich bedeutsam sind auch die spätromanische Krypta und die mittelalterlichen Glasfenster. Mehr als 30 erlesene Kostbarkeiten des Mittelalters und der Renaissance werden im romanischen Domschatzgewölbe präsentiert. Nach Voranmeldung kann man auch die Türme des Doms besteigen.
Die andere Seite des Doms.
Der Naumburger Dom von Innen.
Naumburger Dom - Stifterfiguren Ekkehard und Uta
Die Ägidienkapelle
Die Ägidienkapelle befindet sich an der Nordseite des Domes. Sie ist eine der Privatkapellen der Domherren. Die romanische Kapelle wurde zeitgleich mit dem heutigen Dom errichtet. Ein teilweise erhaltenes romanisches Tympanon( reliefartig geschmücktes Giebelfeld) zeigt die älteste Darstellung der Ägidiuslegende im deutschen Raum.
Naumburg - Ägidienkapelle
Naumburg - Ägidienkapelle
Naumburg - Domfriedhof - Johanneskapelle
Marktplatz
Der Marktplatz in der Altstadt bildet das pittoreske Zentrum der ehemaligen Ratsstadt. Nach einem Stadtbrand im Jahr 1517 entstanden die Gebäude im Stil der Renaissance und des Barock und bieten heute ein Bild von architektonischer Geschlossenheit. Auffällig sind die mehretagigen Dachaufbauten, die während Naumburgs Blütezeit als Messestadt als Warenspeicher dienten. Bedeutende Persönlichkeiten weilten in der Stadt. So erinnert eine Tafel, am Kayserschen Haus Markt 10, an den Besuch von Kaiser Karl V. im Jahr 1547.
Das Rathaus
Der Standort des Rathauses geht auf das 14. Jh. zurück. Der heutige Bau entstand im 16. Jahrhundert. 1612 wurde dem Rathaus das repräsentative, farbige Spätrenaissanceportal angefügt.
Das Rathaus von Naumburg.
Die Residenz
Kurfürst Johann Georg, Herzog Moritz von Sachsen – Zeitz residierte hier ab 1653 übergangsweise bis zur Fertigstellung seiner Residenz Moritzburg in Zeitz. Ursprünglich war die Residenz mit einem überdachten Gang mit der Wenzelskirche verbunden. Im Residenzgebäude befindet sich heute der Sitz des Amtsgerichtes Naumburg.
Die Residenz und das Schlösschen.
Das Schlösschen
Im Schlösschen vor der Wenzelskirche befand sich im 14. Jh. das erste Kaufhaus. Sein Name stammt aus der Zeit 1543 – 1547, als der Südflügel dem ersten und einzigen evangelischen Bischof von Naumburg, Nikolaus von Amsdorf, als Residenz diente.
Der Marktbrunnen
1459 wurde der Marktbrunnen vor der Residenz erstmals erwähnt. Er war Bestandteil des damaligen städtischen Wasserversorgungssystems. 1579 wurde der „Steinerne Mann“ aufgesetzt, dessen Schild das Stadtwappen trägt.
Die Wenzelskirche
Die Pfarrkirche St, Wenzel ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde 1426 erbaut und 1724 in barockem Stil umgestaltet. Bemerkenswert ist die wertvolle Innenausstattung. Darunter der barocke Hochaltar von 1680 sowie zwei Gemälde aus der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä. und die Grabplatte August Leubelfings, eines Pagen des Schwedenkönigs Gustav Adolf , der 1632 in der Schlacht bei Lützen fiel. Ein Juwel barocken Orgelbaus ist die Hildebrandt – Orgel. Sie gilt als Prunkstück der Kirche. Die gewaltige Orgel mit ihrer außergewöhnlichen Klangfülle wurde 1746 von Johann Sebastian Bach geweiht.
Die Hildebrandt Orgel in der Wenzelskirche.
Der Altar der Wenzelskirche.
Stadtmuseum Hohe Lilie
Im Stadtmuseum Hohe Lilie, das mit dem Museumspreis der Sparkassenstiftung ausgezeichnet wurde, kann man einen Streifzug durch die Naumburger Geschichte unternehmen. Das älteste Naumburger Bürgerhaus besitzt einen spätgotischen Staffelgiebel mit Maßwerkblenden. Es wurde nach dem Stadtbrand von 1517 auf den romanischen Fundamenten des Vorgängerbaus errichtet.
Das Stadtmuseum Hohe Lilie.
Das Nietzsche – Haus
Das klassizistische Wohnhaus im Weingarten 18 war von 1858 – 1897 Wohnstätte des Philosophen Friedrich Nietzsche. Heute gibt es hier die Dauerausstellung Nietzsche in Naumburg zu sehen.
Das Nietzsche Haus in Naumburg.
Marientor
Das Marientor ist das einzige erhaltene Stadttor in Naumburg. Die seltene Doppeltoranlage hat ihren Ursprung im 14. Jahrhundert. Im Sommer finden im Innenhof und vor der Kulisse des Marientors Open- Air – Veranstaltungen statt. Der Wehrgang und die Innenräume, in denen einst der Torwächter und Wärter lebten und die auch als Gefängnis dienten, kann man besichtigen.
Marien – Magdalenen – Kirche
Die Saalkirche im barocken Stil wurde von 1712 – 1730 an Stelle einer alten Hospitalkapelle aus dem 12. Jh. errichtet. Auf der Ladegastorgel von 1869 werden heute regelmäßig Konzerte gegeben.
Jüdengasse
Ein Torbogen führt von der Ostseite des Topfmarktes zur Jüdengasse. Gedenktafeln erinnern an die Ausweisung von Juden vor mehr als 500 Jahren. Kurfürst Friedrich ließ 1494 alle Juden aus Sachsen vertreiben. Alle religiösen Gebäude des Ghettos wurden völlig zerstört.
Stadtmauer
Bereits im 13. Jh. wurde eine erste Stadtbefestigung errichtet. Sie wurde im 15. Jh. in massiver Bauweise mit innerem und äußerem Wall und zahlreichen Türmen neu errichtet. Um 1835 wurden große Teile abgerissen und entlang der Wehranlage eine Ringstraße angelegt. Heute sind etwa 1,5 km der alten Stadtmauer im Süden und Osten der Innenstadt erhalten. Dazu gehören das Marientor, die Landskrone am Jakobsring und die Wasserkunst am Wenzelsring.
Die Stadtmauer von Naumburg.
Ausflüge
Blütengrund
Im Blütengrund lockt der nahegelegene Max – Klinger – Weinberg mit mediterranem Ambiente. Der Leipziger Maler, Grafiker und Bildhauer Max Klinger ( 1857 – 1920) fand hier seine letzte Ruhestätte. Das ehemalige Wohnhaus des Künstlers ist heute der Öffentlichkeit zugänglich. An den Wochenenden lädt der Weinbergsimbiss zu heimischen Weinen und selbstgebackenem Kuchen ein.
Im Blütengrund gibt es auch das „Steinerne Bilderbuch“ zu bewundern. Das 150 m lange überlebensgroße Bildrelief wurde vor 200 Jahren als Geschenk für den Herzog von Weißenfels in die Sandsteinterrassen gehauen. Es zeigt zwölf Bilder mit Szenen aus der biblischen Geschichte.
Die Saale –Fähre ist eine Gierseilfähre mit der man sich auf die Großjenaer Seite des Blütengrundes übersetzen lassen kann. An der Fähre kann man auch in eine kleine Freiluftgaststätte einkehren.
Naumburg - Blütengrund - Fähre
Naumburg - Blütengrund - Unstrutnixe
Naumburg - Blütengrund - Steinernes Bilderbuch
Naumburg - Blütengrund - Max Klinger Weinberg
Schönburg
Etwa 5 km saaleabwärts erhebt sich auf einem Sandsteinfelsen die ehemalige Bischofsburg Schönburg. Ihre Ursprünge gehen auf das 12. Jh. zurück. Sie war im Besitz der Naumburger Bischöfe. Von der Burg aus hat man einen herrlichen Blick auf das Saaletal und die gegenüberliegende Burg Goseck.
Schellsitz
Das Dorf Schellsitz liegt etwa 3 km saaleabwärts von Naumburg. Vom Radweg kann es mit der Fähre erreicht werden. Der Ort ist sorbischen Ursprungs, seine Silhouette wird heute von der Schellsitzer Bockwindmühle geprägt.
Himmelswege
Die touristische Route „Himmelswege“ verbindet Orte mit sensationellen archäologischen Funden um Naumburg. So wurde in Goseck das älteste Sonnenobservatorium der Welt (4800 v. Chr.) rekonstruiert.
In Wangen , am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra (1600 v. Chr. ), wurde ein hochmodernes multimediales Besucherzentrum, die „Arche Nebra“, errichtet.
In Langeneichstädt kann man eine Grabanlage aus dem Mittelneolithikum (3600 – 2700 v. Chr.) besichtigen.
Straße der Romanik
Die Straße der Romanik gehört zu den beliebtesten deutschen Tourismusrouten. Sie umfasst mehr als 70 Bauwerke in der typischen Rundbogenarchitektur der Romanik.
Kloster und Kaiserpfalz Memleben
Im 10. Jahrhundert wurde Memleben zu einer der wichtigsten Pfalzen unter den Ottonen. Nach dem Tod Kaiser Otto I. beim Besuch seiner Pfalz 973 in Memleben wurde durch seinen Sohn Otto II. und seine Gemahlin Theophanu hier ein Benediktinerkloster gegründet. Die Kirchenruine beeindruckt den Besucher mit einer noch vollständig erhaltenen spätromanischen Krypta.
Die Kaiserpfalz in Memleben.
Kloster Pforta in Schulpforte
Im Kloster Pforta, zwischen Bad Kösen und Naumburg gelegen, befindet sich heute die Landesschule Schulpforte. Das Zisterzienserkloster St. Marien zur Pforte wurde 1137 gegründet und war über Jahrhunderte Zentrum der christlichen Arbeit , der Kultur und des wirtschaftlichen Fortschritts in der Region. Im Jahr 1543 wurde der erste Unterrichtsbetrieb aufgenommen. Zu den berühmten Absolventen gehören bedeutende Männer wie Klopstock, Fichte und Nietzsche.
Der Eingang der Schulpforte.
Die Schulpforte mit Blick auf den Kreuzgang.
Der zweischiffige Kreuzgang.
Weinstraße Saale – Unstrut
Unberührte Landschaften mit Weinbergen, Streuobstwiesen und Biotopen mit seltenen Tier – und Pflanzenarten, Steilterrassen, Trockenmauern, Weinbergshäuschen und malerische Flusstäler prägen das Bild. Drei unterschiedliche Weinrouten führen entlang der terrassierten Weinberge vorbei und hinein in die Weingüter, Gutsschenken und Straußenwirtschaften und entlang den Sehenswürdigkeiten der Region.
Feste
Weinfeste
Zahlreiche Feste rund um den Wein finden das ganze Jahr über statt. So gibt es am letzten Februarwochenende die Naumburger Weinwoche mit Weinmesse und Jungweinprobe. Anfang Mai wird die Saale – Weinmeile veranstaltet. Mitte Juni gibt der Winzerhof Gussek sein Wein - & Hoffest inmitten von Reben mit Grafiken und Kunstwerken. Am letzten Augustwochenende findet das Naumburger Weinfest statt.
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